Die schwedische Steuererklärung

Ich weiß, dass mich gleich ganz viele aus Deutschland beneiden werden, wenn ich erzählte wie einfach man hierzulande seine Steuererklärung macht. Es hat mich etwa drei Minuten gekostet und ging folgendermaßen:

  • Vor ein paar Wochen schickte mir der Arbeitgeber (in meinem Fall die Uni) eine Kontrollseite, auf der steht, wieviel Lohn ich im letzten Jahr bekommen und was ich an Steuern gezahlt habe.
  • Jetzt kam die Post vom Finanzamt, in der die Steuererklärung fertig ausgefüllt ist. Man kann darin kontrollieren, ob die Zahlen mit denen von Arbeitgeber übereinstimmen.
  • Wenn alles stimmt, braucht man die Erklärung nur abzunicken und das geht per Telefon, SMS oder Internet. Einmal-Passwörter dazu hat man mit der Post mitbekommen.
  • Man hat per Internet mit dem Einmal-Passwort auch gewisse Möglichkeiten, zusätzliche Informationen anzugeben (z.B. Fahrtkosten), aber um auf alle Posten Zugriff zu haben, braucht man einen E-Ausweis, der mehr Sicherheit bietet und von Banken bereitgestellt wird. Ganz altmodisch den Bogen auszufüllen und per Post zurückzuschicken, ist natürlich immer noch möglich.
  • Der letzte Schritt meiner Internet-Deklaration war, zu überprüfen, ob die Bankverbindung vom letzten Jahr noch stimmt, damit mir der Differenzbetrag (in meinem Fall genau eine Krone) überwiesen werden kann.

    Diesen Text zu tippen hat etwa drei Mal so lange gedauert, wie meine Steuererklärung abzugeben. Ich muss auch endlich einmal das angeblich existierende Steuerverzeichnis suchen, in dem man nachschlagen kann, was jeder Schwede an Steuern zahlt.

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  1. Vielen Dank fuer die aufschlussreiche aufklärung.

    Ich lebe seit einem Jahr in Schweden und habe schon vielfach gehört, dass die Schweden sehr offen mit Informationen ueber das Einkommen umgehend, soll im Klartext heissen – dass man im Internet die Steuererklärung des Nachbarn, Kollegen oder der Königfamilie findet. Der Höhepunkt ist wohl die Top-10 Verdiener Liste in jeder Kleinstadt, die siche eine Zeitung leisten kann.

    Allerdings habe ich das noch nie gesehen. Kennst du was vergleichbares?

    Gruss, Viktor

  2. Nein, solche Ranglisten kenne ich nicht, aber die Boulevardpresse bringt wohl sowas ab und zu auf Landesebene. Ich bin mir nicht sicher, aber glaube, dass die diesbezügliche Offenheit sogar dazu beiträgt, dass die Neidkultur in Schweden weniger ausgeprägt ist.

  3. Dank Einführung der Steuersoftware ELSTER in Deutschland geht das Ausfüllen der Steuererklärung und Versand übers Internet auch sehr schnell. Natürlich nur wenn man keine weiteren Anlagen über andere Einkünfte etc.. auszufüllen hat.
    Aber Deutschland braucht dazu immer erst paar Jahre länger Zeit um sowas umzusetzen.

  4. Könnt ihr mir helfen, wo ich den sogannten “Taxeringskalender” Zitat: ”...angeblich existierende Steuerverzeichnis suchen, in dem man nachschlagen kann, was jeder Schwede an Steuern zahlt.” online finde.

    Gruss
    Sascha

  5. Den gibt es nicht ohne weiteres online. Das Finanzamt beantwortet einzelne Anfragen, die Zusammenstellung als Buch hat die Homepage http://www.taxeringskalendern.se/. Auf http://www.ratsit.se/ kann man online nach Personen suchen, für detailliertere Angaben wie Einkommen muss man dort jedoch bezahlen. Außerdem bekommt der Nachgefragte eine Nachricht darüber, wenn ich mich recht erinnere.

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