IKEA zu unchristlich?

Leider teilt nicht jeder die Ansicht, dass die Frage in der Überschrift eine rhetorische ist, die schon aus Prinzip nicht mit Ja beantwortet werden kann. Die WELT schreibt:

Weil Ikea keine Weihnachtskrippen im Sortiment führt haben Abgeordnete des Mitte-Rechts-Bündnisses in Italien zu einem Boykott des Möbelhauses aufgerufen. Das Fehlen der volkstümlichen Darstellungen der Geburt Jesu sei Folge einer „schändlichen Kolonisation” die darauf ziele, die christliche Identität auszumerzen, sagte der Konservative Luca Volonte nach einem Bericht der Zeitung „La Repubblica".

Alberneres habe ich lange nicht gehört. Ganz abgesehen davon hat neulich jemand die Bilder im IKEA-Katalog analysiert und festgestellt, dass darin Frauen überwiegend im Zusammenhang mit Küchen gezeigt werden, während Männer auf Bürostühlen sitzen oder eine Zusammenbauanleitung illustrieren. So etwas löst bei den im Allgemeinen sehr auf Gleichberechtigung bedachten und den alten Rollenverteilungen gegenüber kritischen Schweden Unbehagen aus.

(via)

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  1. Die Verbannung von christlichen Symbolen im Zusammenhang mit Weihnachten geht mir aber auch auf den Keks. Krampfhaft, lächerlich und feige ist es, Lebkuchen und Schokoladenmännchen unter bescheuerten Namen wie “Wintergepäck” anzubieten. Habe ich hier im Supermarkt um die Ecke neulich tatsächlich gesehen.

    Wenn ein Unternehmen zu feige ist, christliche Symbolik und Namen im Laden zu zeigen, sollte es mit diesem Fest auch keine Geschäfte machen wollen.

  2. “Wintergebäck” meinte ich natürlich.

  3. Offenbar stößt man auf mehr Widerstand, wenn man es absichtlich weglässt – dann ist es doch gerade nicht feige…

    Außerdem gibt es keine Pflicht, sich an solche Traditionen zu halten. Wenn jemand seine christlichen Symbole will, findet er sie sicher irgendwo, der Markt für sowas ist groß.

    Warum aber sollten einige, die solche Bedürfnisse haben, allen vorschreiben, wie es “richtig” ist?

  4. Ich schreibe niemandem vor, welche Produkte er zu verkaufen hat. Ich nehme mir aber das Recht heraus, es als feige, korrumpiert und inkonsequent zu bewerten, wenn jemand mit Weihnachten Geschäfte machen möchte, ohne das Kind beim Namen zu nennen.

    Die DDR war auch ganz groß darin. Alles Religiöse wurde angefeindet und aus dem öffentlichen Leben verbannt, aber die Devisen für die Kunsthandwerksexporte aus dem Erzgebirge nahm man doch gern.

  5. staunte nicht schlecht drüber…. ich meine, ausgerechnet IKEA…..

    @niels
    ich bin keltin, und vielleicht stünde mir auch zu, zu sagen, dass man mit der Christianisierung das fest Alban Arthúan (“licht des arthus”)auch christianisierte…..
    Dieses fest wird bei kelten vom 21. (Jul) bis 25. dezember gefeiert und meint die geburt von arthus von thule, welcher man sich erinnert… das zeremoniell ist genau das gleiche, was man heute in deutschland zu weihnachten hat: baum mit schmuck, geschenke etc…. das hat mit christentum nicht viel zu tun….. die kirche übernahm bloß diese tradition und stülpte ihr den kirchlichen deckmantel über…..

    also, warum sollten dann nicht “traditionelle” dinge auch mal so genutzt werden, dass es mit der ursprungstradition nichts mehr zu tun hat…..

  6. eadha: Das ist mir durchaus bekannt, daß heidnische Traditionen und Riten vom sich ausbreitenden Christentum bewusst miteinbezogen wurden. Allerdings geht es wiederum zu weit, wenn man behauptet, Baum, Kerzen und Geschenke hätten heutzutage nichts mit christlicher Weihnacht zu tun, denn in dieser Form wird Weihnachten auch dort gefeiert, wo keltische Feste nie eine Rolle spielten.

    Weihnachtsgebäck aber aus falschverstandener Pflicht zu kultureller Sensibilität zu entweihnachten, ist schlicht artifiziell.

    Selbst im Denken und Empfinden von sehr atheistisch geprägten Menschen in Deutschland ist das Fest, das sie am vom 24. bis zum 26.12. feiern, Weihnachten und nicht Winteranfang.

  7. Niels: Ja. aus “falschverstandener Pflicht zu kultureller Sensibilität” auf Weihnachtssymbole zu verzichten, ist Blödsinn.

    Jeder (auch Firmen) können aber, warum auch immer, selbst entscheiden, wo sie die Grenze ziehen. Selbst wenn IKEA an religionsneutralem Tinnef mitverdient, lassen sie sich das Geschäft mit dem Rest entgehen. Und ein gutes Argument für “entweder ganz oder gar nicht” fällt mir auch nicht ein.

    Jeder so wie er’s mag.

    Die Diskussion, wo es ursprünglich herkommt und welche Entwicklung das Fest durchlaufen hat, ist zwar interessant, aber, weil es sich auch heute verändert und das auch in Zukunft tun wird, nicht sonderlich wichtig.

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