Religiöse Feiertage "abschaffen"

Das finde ich einen tollen Vorschlag (E): religiöse Feiertage in bewegliche umwandeln, die sich jeder an die Tage legen kann, die seinem Glauben wichtig sind. Das zeugt von mehr Toleranz gegenüber Andersgläubigen und für die vielen Atheisten würden die 10 schwedischen Feiertage mit christlichem Ursprung einfach zu Urlaubstagen werden.

Wo kann ich unterschreiben?

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  1. ... und schritt für schritt werden dann die extra-urlaubstage abgeschafft. wenn der religiöse/fixe bonus erst einmal verspielt ist, kann besser rationalisiert/optimiert werden.
    nun gut. bisher sind ein paar feiertage eher lästiges übel (gerade dann, wenn der staat beispielsweise das tanzen verbietet), des weitere entfällt der religiöse glaube und in der slbstständigkeit sind feiertage sowieso nicht existent, aber ob tatsächlich religiöse toleranz der leitgedanke dieses vorschlags ist, würde ich stark bezweifeln

  2. In den USA werden die anderen Religionen insoweit einbezogen, als dass die wichtigsten Feiertage aller Religionen Feiertage sind. Gibt ja (außer der ausgerotteten Indianischen) keine Traditionen, auf die man sich hätte verständigen können.

    Urlaub für alle (schön unverbindlich), und Feiertage für die, die wollen. Nun gut. Eigentlich konsequenter wäre doch: Schaffe alle religiösen Feiertage ab (warum Urlaub für alle?), und wem es wichtig ist, kann ja Urlaub nehmen. Ah, und das heidnische Zeugs (Sonnenwendfeier, etc.) schaffen wir auch noch gleich mit ab – gleiches Recht für alle. Denn warum sollten Gläubige ein heidnisches Fest respektieren, wenn das andersrum auch schon so schwierig scheint? Also: Schaffe alle Feiertage ab. Und wem ein Tag wichtig ist, kann dann ja Urlaub nehmen. :-)

    Wenn wir gerade schon dabei sind, alle unsere Traditionen über’n Jordan (diesen biblischen Fluss) zu werfen, dann doch bitte auch gleich diese herzallerliebsten, ach so romantischen Hochzeiten in weiß, mit Kutsche und Trallala. Denn wozu kirchlich heiraten? Die Friedhöfe können dann auch noch in Bauland umgewidmet werden, denn eine Bedeutung (außer einer sentimentalen) kommt ihnen eh nicht mehr zu, Osterhase, Weihnachtsmann – alles weg! Statt dessen haben wir jetzt ja Hällowieen (spült schön Kohle in die Kassen).

    Sonntage brauchen wir auch nicht mehr. Gottesdienste (am 7. Tage sollst du ruhen) fallen weg, und Sonntags arbeiten tun eh schon so viele. Mit welchem Recht berufen sich die Restlichen dann noch auf einen freien Sonntag?

    Jedem, wie er/sie es gerade haben möchte. Weg mit allen Traditionen, weil Egalität ja die Freiheit aller bedeutet.

    Oder?

  3. Olli: Der Gedanke kam mir natürlich auch, aber ich glaube einerseits nicht, dass das Religionsargument für die wegfallen würde, für die es wichtig ist. Andersherum gedacht sind Urlaubsregelungen awar an sich veränderlich, aber soweit ich weiß per Gesetz geregelt. Inwieweit da der religiöse Hintergedanke überhaupt noch eine Rolle spielt, sei dahingestellt. Dass auch feste Feiertage abgeschafft werden können, sieht man sowohl in D als auch S. Warum das durch die Verschiebbarkeit einfacher werden soll, leuchtet mir nicht ganz ein.

    Gruß
    Thomas

  4. Piet: Ich glaube du vermischst da zwei Dinge, die getrennt behandelt gehören: wieviel man arbeitet und was der angegebene Grund für die Nichtarbeit ist. Dass man heute viel weniger arbeitet als vor 100 Jahren ist eine Errungenschaft der Arbeiterbewegung und hat wenig mit Religion zu tun.

    Es gibt auch keinen Grund, nur wegen Abschaffung der religiösen Begründung aus diesen Tagen Arbeitstage zu machen. Das ist nicht der Vorschlag und wenn dies jemand mit diesem Grund anstreben würde, müsste er sich zu Recht auf heftigen Gegenwind einstellen.

    Das mit dem Urlaub nehmen an den Feiertagen, die einem wichtig sind, ist doch OK, solange die Gesamtzahl der freien Tage gleich bleibt. Natürlich würde sich dann fast jeder Schwede an Mittsommer freinehmen und lebendige Traditionen leben weiter. Nur die hohlen würden automatisch verschwinden.

  5. lobbyarbeit :-)
    natürlich sitzt die politik an den hebeln, die einen religiösen feiertag ganz schnell in einen arbeitstag umwandeln können. allerdings – und da kann die trennung von kirche und staat noch so sehr im gesetz verankert sein (ist es das überhaupt?) – hat die kirche ihren gott in der hinterhand und eine schweigende mehrheit der gläubigen noch dazu. einem rationalen argument der optimierung würde dann die gottesdienlichkeit entgegengesetzt und die diskussion verläuft sich.
    ich würde behaupten, dass “die” kirche ab einem gewissen punkt nicht mehr mitspielt. ebenso die menschen (wobei diese wohl erst bei nur noch 4 urlaubswochen/jahr engagierter protestieren würden).
    diversifiziert man nun die feirtage, zersplittern die anhänger der einzelnen feiertage. welchen wert hat die geburt mohammeds, wenn man die geburt von jesus ehrt? ich denke es dauert noch ein paar jährchen bis die religionen ihre gemeinsamkeiten achten und bis dahin kann dann der religiöse feiertag an sich aus den kalendern verbannt werden.
    himmel … ich sollte eigentlich was für die uni tun, hätte dieses thema nicht noch ein paar tage zeit gehabt?! g

  6. Lasst mich noch hinzufügen, dass die Schweden Urlaubsweltmeister sind, obwohl sie eine der atheistischsten Bevölkerungen sind. Zusammenhang widerlegt? ;)

  7. touché! allerdings ist schweden ein ausgesprochenes ausnahmeland

  8. Nee, keine Verwechslung. Denn warum sollten Feier- in Urlaubstage umgewandelt werden? An den entsprechenden Tagen (und das schließt den Sonntag selbstverständlich ein!) bestände ja keine Notwendigkeit mehr. Was die Anzahl arbeitsfreier Tage angeht, wäre das also Sache der Tarifparteien (und ja, die Gewerkschaften und Arbeiterorganisationen würden schon aktiv werden, ist ja o.k. – da gehört es hin).

    Aber konsequent wäre in der Tat, sämtliche Traditionen (das religiöse Traditionen nicht gefeiert würden – wenn auch oft säkular – ist ja eine Mär) in Frage zu stellen. Wenn dann einige Feste (ob und welche man als hohl (also sinnentleert) wertet, hat damit nur wenig zu tun) starken Zulauf hätten, wäre das ja o.k. So ist das mit Traditionen und Anlässen, ob nun säkular oder nicht.

    Ob das einer Gesellschaft im Ganzen gut täte, wäre dann eine zweite Frage. Denn selbst wenn man mit Religion nichts anfangen will – Europa ist über Jahrhunderte christlich geprägt. Auch Schweden. Die Feiertage abzuschaffen würde bedeuten, den kulturellen Strang um einen nicht geringen Anteil zu kappen, hin zu nicht weniger religiös begründeten Feiertagen, mit Hilfe derer Menschen sich das Jahr gliedern. ;-)

  9. Ich denke, dass eine Gesellschaft auch ein bisschen Kitt braucht. Und dazu gehören gemeinsame Feiertage. Ganz davon abgesehen, scheint mir der Vorschlag nicht besonders familienfreundlich zu sein. Die Großeltern werden sich freuen, wenn die Kinder und Enkel nicht mehr an den Weihnachtstagen zu Besuch kommen, weil der Jahresurlaub schon für den Sommerurlaub verbraucht worden ist.

  10. “Ich denke, dass eine Gesellschaft auch ein bisschen Kitt braucht. ”

    Allerdings. Und dazu gehört meiner Ansicht nach auch Religion.

    Zumal man nicht vergessen sollte, daß sich Religion und Kultur auch heute noch, trotz stärkerer Auffächerung der verschiedenen Bekenntnisse, gegenseitig beeinflussen.

  11. Weihnachten und auch andere zwischenzeitlich christianisierte Festtage werden auch von nicht-religiösen Menschen gefeiert. Religion als “Kitt” spielt sicher noch eine Rolle, aber das heißt nicht, dass der Kitt wegfällt, wenn Religionen ihre Bedeutung verlieren. Es gibt andere identitätsstiftende Gemeinsamkeiten, sei es eine freiheitliche aufgeklärte Lebensweise, das Land, Europa, oder was auch immer.

    Außerdem wird wie gesagt Weihnachten nicht verschwinden, wenn alle da frei haben wollen, weil es ihnen wichtig ist, auch um der Oma willen.

  12. “Religion als "Kitt” spielt sicher noch eine Rolle, aber das heißt nicht, dass der Kitt wegfällt, wenn Religionen ihre Bedeutung verlieren. ”

    Ich bezweifele, daß der Bedeutungsverlust so ausgeprägt ist, wie gerne suggeriert wird.

    Einerseits finden Gruppen an den Rändern des christlichen Spektrums regen Zulauf, evangelikal und charismatisch geprägte Sekten und Kirchen. Zum Teil vertreten sie leider üble Standpunkte und ihr Bekenntnis ist mit meinem Verständnis von Christentum nicht recht vereinbar.

    Aber auch die großen Kirchen verlieren inzwischen mehr Mitglieder durch den demographischen Wandel als durch Austritte. Die Talsohle ist demnächst vermutlich und hoffentlich durchschritten.

  13. “Was auch immer” trifft es ganz gut. Was soll das denn sein? Für mich gehören ein paar Gemeinsamkeiten zu einer Gesellschaft dazu. Wenn alle gemeinsam frei haben, ist das schon ein Wert an sich. Ich glaube daran, dass der Mensch nicht nur ein Individuum, sondern auch ein soziales Wesen ist. Ohne eine halbwegs funktionierende Gesellschaft ist die individuelle Freiheit nichts mehr wert.
    Puh, das war jetzt ganz schön theoretisch :D

  14. “Puh, das war jetzt ganz schön theoretisch”

    Recht hast Du trotzdem. :-)

    Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Ohne Religion funktioniert die Gesellschaft nicht. Damit meine ich aber keine bestimmte Religion und auch keinen engen Religionsbegriff, der zwingend Gottglauben, Gebet und Gottesdienst voraussetzt. Aber ohne einen Konsens darüber, was der Gesellschaft “heilig” ist und was keiner weiteren Begründung bedarf, steht das Gemeinwesen auf höchst wackeligen Füßen.

  15. So, ich nochmal, entschuldigt die Verspätung.

    niels: Das Aufkommen anderen “Kirchen” ist doch gerade ein Argument für weniger Religion, nicht für mehr.

    Stefan: Theoretisch ist kein Problem, schließlich ist es eine grundlegende Frage. Ich stimme dir in allem zu, was du sagst, bleibe aber dabei, dass diese Gemeinsamkeit nicht auf Religion basieren sollte. Atheismus heißt keineswegs Individualismus bis zum bitteren Ende.

    niels: Wenn du Religion so weit auslegst, gebe ich dir im Prinzip Recht, aber ich finde, dann passt der Begriff nicht mehr. Religion bedeutet Glaube an etwas Übernatürliches. Dass ich daran “glaube”, dass es sinnvoll ist, ein “gutes Leben” innerhalb der Gesellschaft zu führen und sie positiv zu beeinflussen, fällt nicht unter den Begriff Religion. “Überzeugung” ist doch ein schönes Wort.

    Gruß
    Thomas

  16. ich bin für die Abschaffung sämtlicher Feiertage sowie das kürzen der Urlaubstage von 30 p.a auf allerhöchstens 18 pro Jahr

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