Einen größeren reaktionären Schwachsinn als das hier habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Meine Religionsfeindlichkeit kommt nicht von ungefähr.
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Pingback von Das BlogBlog · Extremen Unsinn verlinken? am 2007-02-13 um 15:46
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Klar sind das Spinner, aber bitte nicht immer alles in einen Topf werfen. Es dürfte kein Zufall sein, daß die Initiatoren von “kreuz.net” sich hinter einer Postanschrift in den USA verschanzen und viel Wert auf Anonymität legen.
Ihre Positionen sind weder in der katholischen Kirche noch sonst im christlichen Mainstream mehrheitsfähig.
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selten so einen Schwachsinn gelesen!
toller Blog übrigens: ich bin sehr großer Fan.
Grüße aus der Hauptstadt. -
hej,
ich glaube Du bist schlicht auf dem Holzweg mit Deinem Kommentar.
Und die Wortmeldungen sind noch finsterer.
Erstens kann man den Überbringer einer Nachricht nicht für den Inhalt verantwortlich machen und zweitens gehört Anna Wahlgren international zu den anerkanntesten Autorinnen über Kindererziehung. gerade ist wieder ein hochgelobtes Buch von ihr in D erschienen.
So verkehrt und schon gar nicht reaktionär scheint ihre Meinung nicht zu sein. Jedenfalls steht sie damit nicht allein auf weiter Flur, wenn man einschlägigen Veröffentlichungen glauben darf.
j. -
Jo: In diesem Fall disqualifiziert aber der Bote die Nachricht.
“kreuz.net” ist eine übles Hetzportal vom ganz rechten Rand des Katholizismus. Das Etikett “christlich” führen sie zu unrecht. Die Macher von “kreuz.net” oszillieren zwischen Frauenfeindlichkeit, Schwulenhass und offenem Antisemitismus.
Wenn Frau Wahlgren Ansichten dort mit ihrem Einverständnis publiziert werden, nehme ich sicher keine einzige ihrer Schriften mehr ernst unabhängig davon, wie hochgelobt ihre Bücher sind.
Ist die Publikation aber ohne ihre Mitwirkung zustandgekommen, besteht keinerlei Gewähr für die Authentizität des Textes; ergo ist er auch dann nicht viel wert.
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Mal ganz sachlich:
Man spricht in Schweden selten von der Familie, sondern in öffentlichen Verlautbarungen meistens von Haushalten.
Um zu überleben, ist eine eine Familie auf zwei Mitglieder mit Arbeitseinkommen angewiesen, d.h. die Möglichkeiten für die Frau als Hemmafru zuhause zu bleiben, ist kaum vorhanden.
Es gibt in Schweden keine Hinterbliebenenrente mehr. Die ist erst unter der letzten sozialdemokratischen Regierung abgeschafft worden. Jeder Bürger ist auf ein eigenes Einkommen während seines Lebens angewiesen, um im Ruhestand sein Auskommen zu haben.
Die Vorstellung ausländischer Politiker vom schwedischen “Modell” stammen nicht aus eigener Erfahrung, sondern aus Sekundärliteratur und stimmen mit der schwedischen Wirklichkeit nicht überein.
Alte, d.h. Rentenbezieher, werden tatsächlich im Gesundheitsdienst gegenüber Jüngeren, d.h. Steuerzahlern, bevorzugt. Ob absichtlich oder nicht: Hier findet eine Auswahl nach der Steuernützlichkeit des einzelnen Patienten statt.
Sieht man diese Fakten, so ist der Beitrag unter kreuz.net gar nicht so falsch, wenngleich der Ton nicht angemessen ist.
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Die Punkte stehen alle im Zusammenhang mit dem Beitrag: dort in von lten, Familien, Frauen usw. die Rede.
Daß ausländische Politiker wie ausländische Besucher Schweden durch Brillen sehen, meistens durch die Bullerbü-Brille, brauche ich nicht noch einmal zu erwähnen.
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Um mal zum Ausgangspunkt zurückzukommen: Was hat dieser Artikel den mit Religion zu tun? Kirche und Religion muss man m.E. auseinanderhalten und die Macher dieser Seite repräsentieren ja noch nicht einmal eine Kirche.
Wenn irgendwelche verrückten Atheisten Unsinn schreiben, würde das mein Verhältnis zum Atheismus auch nicht berühren.
Mit der Sachebene muss man sich freilich auseinandersetzen. Ich kenne Schweden nur als Außenstehender von einigen Reisen und über einige persönliche Bekannte. Mein Eindruck war nicht, dass Schweden kinderfeindlich ist, ganz im Gegenteil. Die Leute scheinen Kinder zu lieben, man muss sich einfach mal die Geburtenrate zur Gemüte führen oder wahlweise (im Feldversuch) die dicken Bäuche und Kinderwagen in der Fußgängerzone zählen. Für mich ist das übrigens eine entscheidende Frage, wie eine Gesellschaft sich zu ihren Kindern verhält. Und da habe ich hier (nur das kann ich beurteilen) einige Bauchschmerzen.
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@ Thomas
Wenn Du Deine eigene Meinung zum Besten gibst, läuft mir ein kalter Schauer den Rücken hinunter.
Mit Deinen Bemerkungen hier, hast Du Dich disqualifiziert.
Zeige Bilder und berichte über Schweden. Persönlich halte Dich besser zurück,
j. -
“Du hast recht, Stefan, der Artikel bezieht sich nicht auf Religion. Zumindest nicht direkt. Hier spielt der Platz der Veröffentlichung aber schon eine Rolle, schließlich steht er unter einem Bild mit Jesus am Kreuz und dem Text "katholische Nachrichtenâ€.”
Nach ihrem Selbstverständnis sind die kreuz.net-Leute ja auch brave Katholiken, nach dem Christentumsverständnis der Kirchen aber nicht.
Thomas, wenn jetzt jemand eine Website zusammenstrickt und unter der Überschrift “Astronomische Nachrichten” Rezepte für leckere Eigenurin-Cocktails veröffentlicht und ich daraufhin schreibe “Hab ichs doch gewusst, meine Astronomenfeindlichkeit kommt nicht von ungefähr”, fändest Du das nicht befremdlich?
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@nils ( leicht OT )
Ich geniesse in dieser Hinsicht mehrere Vorteile :
Meine “Religion” ( Zen ) ist eher eine Philosophie.
Sie fordert geradezu das man bitte alles was einem vorgesetz wird sei es hintorischen Schriften oder Unterweisungen eines Meister kritisch hinterfragt.
Ferner gibt es ausdruecklich zwei Herangehensweisen : Die des Glaubens und die der wissenschaftlichen Herangehensweise.
Und nicht zuletzt ist Zen so komplex ( der budismus fordert generell zum Verständnis seiner philosophie ein mindestens 20jähriges intensives Studium ) das es bisher keinem der sogenannten Naturwissenschaftler gelungen ist auch nur eine These andeutungsweise zu erschuettern, weder faktisch noch dialektisch. Zumindest mir gegenueber…. -
Interessanter Artikel und spannende Diskussion. Anna Wahlgren ist in Schweden sehr bekannt. Zehntausende von Eltern haben ihr Erziehungsbuch “Barnaboken” gekauft. Sie ist eine leidenschaftliche Kämpferin für die Rechte von Kindern, oft zum Leidwesen der sehr sozialdemokratisch geprägten Behörden.
Sie hat Recht, dass die meisten Eltern in Schweden gezungen sind, zwei Einkommen aus Ganztagsarbeit zu haben, um existieren zu können. Sie hat Recht, wenn sie schreibt, dass dies zu Lasten der Kinder geht. Morgens werden viele Windelkinder um 07.30 Uhr im Kindergarten abgegeben und oft erst um 17.30 Uhr abgeholt.
In den letzten Jahren hat man in den Kindergärten landesweit massenhaft Arbeitsplätze abgebaut. Die einst paradiesischen Zustände in Schweden wo eine Kindergärtnerin auf 6-8 Kinder kam, sind längst vorbei. Viele Kindergärten sind längst zu Aufbewahrungshäusern verkommen. Als die Regierung Persson vor einigen Jahren die “maxtaxa” für Kindergärten einführte, wurde weiter Personal reduziert. Maxtaxa bedeutet, dass man unabhängig vom Einkommen nurmehr eine Maximalsumme für den Kindergartenbesuch zahlt. Vorher waren Kindergartengebühren wesentlich höher. Der Staat beschloss dies und es ging zu Lasten der Gemeinden, die den staatlichen Beschluss als Träger von Kindergärten (und Schulen) umsetzen mussten.
Anna Wahlgren hat in einer Reihe von Punkten also durchaus berechtigte Kritik angebracht.
Dass sie diese ausgerechnet auf dieser Webseite zum Besten gibt, kann ich mir nur dadurch erklären, dass sie keine Ahnung hatte, was sie da tut. Denn die katholische Kirche wird sich ansonsten kaum mit einer Frau anfreunden, die einen Haufen Kinder mit verschiedenen Männern hat, mindestens zweimal geschieden ist und auch schon abgetrieben hat.
ABER: Ich glaube, dass es Kindern in Schweden dennoch prinzipiell besser geht als in Deutschland. Die Schulen sind teilweise chaotisch, aber das ist in D ebenso. In Berlin hat man auch Schulen zugemacht, weil Eltern und Lehrer Angst vor den Kindern hatten. Der grundsätzliche pädagogische Ansatz hier ist jedoch eindeutig besser und wesentlich demokratischer. Niemand wird einfach aufs Abstellgleis geschoben. Jeder bekommt seine Chance. Und selbst wenn er sie versiebt hat, bekommt er noch eine. Das ist nicht immer gut.
Anna Wahlgrens Stimme jedoch ist in Schweden wichtig, denn die Entwicklung der letzten 15-20 Jahre ist wahrlich negativ. Wenn sie dann manchmal auf die polemische Pauke haut und z.B. in einem Artikel in einer schwedischen Zeitung sagt “Kindergarten = Kindesmisshandel”, dann sollte man das nicht überbewerten. Sie ist eine provozierende Meinungsmacherin und sie hat es ja auch hier geschafft, uns zu einer intensiven Diskussion zu bringen.
Mission accomplished. -
Thomas: “Ich verstehe ihn so, dass die Überschrift, das "Aushängeschildâ€, ein Fake sein soll und in die Irre führen. Damit würde man kreuz.net absprechen, katholisch zu sein. Wenn nicht katholisch, dann immer noch "christlichâ€, oder gar nicht "religiösâ€?”
Natürlich ist das eine religiöse Website und sie enthält nichts als großen Mist. Aber es ist nicht religionstypisch, so einen Unfug zu verbreiten.
Ein Buch kann man auch verwenden, um schlauer zu werden oder um jemanden zu erschlagen.
Mich stört nicht, daß Du kreuz.net kritisierst (tue ich ja auch), sondern daß Du so tust, als seien ihre Äußerungen ganz typisch für religiös denkende Menschen im Allgemeinen.
Als ich schrieb, für mich seien das keine Christen, meinte ich damit nicht, daß es kreuz.net keine religiöse Website sei, sondern wollte darauf hinaus, daß ihre Hetzschriften einfach so weit von den zentralen christlichen Glaubensinhalten entfernt sind, daß kein Christ, der es ernst meint mit seinem Glauben Gefallen daran finden kann.
Zentrales unter den Menschen zu befolgendes Gebot Gottes ist nach christlichem Verständnis eben nicht “Du sollst nicht schwul sein”, sondern “Liebe Deinen Nächsten!”
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Absolut richtig was du schreibst, Thomas. Ich kann nicht ganz verstehen, warum Anna Wahlgren sich ausgerechnet auf dieser Webseite auslässt.
Aber mit den Studien ist das so eine Sache.
Heute auf dem Weg in die Stadt las ich Stockholm City und auf der ersten Seite wird berichtet, dass es Kindern und Jugendlichen in Schweden richtig schlecht geht.
Die Organisation BRIS (Barnens rätt i samhället; das Recht der Kinder in der Gesellschaft) teilt mit, dass sie noch nie so viele Telefonate und E-Mails von Kindern mit ernsten Problemen bekommen hat wie heute.
Der Artikel fokussiert dann auf der zweiten Seite auf die Probleme von jungen Mädchen mit Esstörungen und Selbstverletzungen.
Aber völlig richtig, “Hölle Schweden” ist eine maßlose Übertreibung, ja nicht einmal das, es ist verunglimpfend und ungerecht und einfach nur saudumm, solche Überschriften zu machen.
Mit Hölle assoziiert man Dantes Inferno, dem man auf diesem Planeten schon einige Male nahe gekommen ist, u.a. in Deutschland zu Zeiten des Naziregimes, aber sicher nicht in Schweden.
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