Die Doppelbetonung und schwedische Namen

Eine Eigenheit des gesprochenen Schwedisch, die viel zur charakteristischen Melodie beiträgt, ist die Betonung auf der ersten und zweiten Silbe eines Worts. Nehmen wir als Beispiel nalle, den Teddybären. Ein Deutscher würde die Betonung auf die erste Silbe legen und die zweite unbetont lassen.

Schweden betonen die zweite Silbe fast genauso stark wie die erste, ohne sie in die Länge zu ziehen. Das ist in Worten schwer zu beschreiben, aber sehr einfach zu hören und – wenn man es zu Beginn permanent im Hinterkopf behält – auch gar nicht so schwer nachzuahmen. Diese Doppelbetonung beschränkt sich nicht auf zweisilbige Wörter und es gibt meines Wissens keine Regel, wann sie vorkommt und wann nicht. In einigen wenigen Ausnahmefällen entscheidet sie bei ansonsten gleich geschriebenen Wörtern sogar über die Bedeutung.

Und weil sie die Melodie des Schwedischen so angenehm macht, wird die zweifache Betonung gern verwendet. Das beste Beispiel dafür sind Spitznamen, vor allem männliche. Selbst kurze einsilbige Namen können so verlängert werden, dass sie mit der als freundlich empfundenen Doppelbetonung ausgesprochen werden können:

  • Nisse klingt netter als Nils.
  • Karl wird zu Kalle.
  • Lars zu Lasse.
  • Jan zu Janne.
  • Per zu Pelle.
  • Bo zu Bosse.

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  1. Tack tack! Genau das ist es, hilft uns vielleicht beim schwedisch sprechen lernen. Vi ses.

  2. Mmmh, das könnte auch erklären, wieso sich einer meiner Ausbilder als “Roffe” vorstellte, obwohl er eigentlich Rolf heißt.
    Valter wird auch zu “Valle”, glaube ich.

  3. Hejsan!

    Wollte das nur etwas berichtigen: Das Geheimnis bei den schwedischen zweisilbigen Wörtern liegt nicht in der Betonung, sondern in der Tonhöhe.

    Es werden also nicht beide Silben betont, sondern wie im Deutschen nur die erste. Dann liegt die Tonhöhe bei der zweiten (unbetonten) Silbe allerdings für deutsche Ohren ungewohnt hoch.

    Da im Deutschen Tonhöhe und Akzent fest verknüpft sind, wird das schwedische Phänomen leicht als Doppelbetonung gehört. Dementsprechend sprechen Deutsche das dann auch aus… sozusagen überbetont.

    Das beste Beispiel sind zwei Wörter, die eigentlich gleich klingen müßten, es aber nicht tun:

    tomten (als bestimmte Form von “tomt” = Grundstück) und
    tomten (als bestimmte Form von “tomte” = Wichtel/Weihnachtsmann)

    Ersteres mit einsilbigem Stamm wird im Prinzip deutsch gesprochen:
    vorne hoch und betont, hinten tief und unbetont.
    Letzteres mit zweisilbigem Stamm hat die Schwedische Prosodie:
    vorne hoch und betont, hinten zwar unbetont, aber auch hoch.

    Ein Schwede kann also beide Bedeutungen beim Hören und Sprechen unterscheiden.

    Also nix für ungut – och många hälsningar!

  4. honkeytonk: Was du sagst ist völlig richtig, aber kein Widerspruch zu was ich oben geschrieben habe. Mit Betonung ist nicht nur und auch nicht notwendigerweise die Lautstärke gemeint, sondern eben auch die Tonhöhe: http://de.wikipedia.org/wiki/Wortakzent

    Und dass tomten und tomten gleich klingen “müssten”, finde ich nicht. Da die beiden Grundworte unterschiedliche Betonungen haben, ist es doch nur logisch, dass die bestimmten Formen diese beibehalten.

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