Kann mir jemand erklären, warum die Meldung, dass die anonyme Gehaltsauskunft per Internet bald insofern abgeschafft werden soll, als dass derjenige, über den Daten abgefragt wurden, danach darüber benachrichtigt wird, jetzt noch einmal durch die Medien geht? Hatten wir doch schon.
Schlagworte: Datenschutz, Medien, News, Seltsam
Hier werden zwei Dinge miteinander verwechselt.
Ratsit ist eine Auskunft übers Internet, die jedermann benutzen kann.
Derjenige, über den jemand eine Erkundigung einzieht, wird nicht davon benachrichtigt.Zu unterscheiden ist dies von Bonitätsauskünften, die von Banken, Kreditkartenunternehmen, Telefongesellschaften angefordert werden.
Hier braucht derjenige, über den eine Auskunft eingeholt wird, nicht benachrichtigt zu werden, wird dies aber in der Regel mit dem kompletten Inhalt der Auskunft (also alle laufenden Kredite, Vermögen, Einkommen, Steuern).Ratsit geht über eine normale Auskunft im Steuerkatalog hinaus, da man die Personennummer, Adresse und andere Auskünfte erhalten kann, auch wenn der “Besitzer dieser Daten” einer Weitergabe widersprochen hat. Insofern ist es durchaus gut, wenn man sich in Schweden Gedanken über die Datensammelwut privater Interessen Gedanken macht.
Die Diskussionen um eine Benachrichtigungspflicht bei Ratsit gehen an der Sache vorbei.
Die generelle Benachrichtigungspflicht bei Auskunfteien ist von der letzten Regierung aufgehoben worden. Daß man dennoch von Auskunfteien wir Justitia Intrum benachrichtigt wird, halte ich für gut.
Das Skatteverket veröffentlicht lediglich die Einkünfte aus selbstständiger und unselbstständiger Arbeit sowie Kapital. Auf Anfrage bei der Folkbokföring kann man auch kostenlos die Adresse eines Mitbürgers erfragen, wenn man beispielsweise die Personennummer oder Teile davon hat.
Ratsit ist keine Auskunftei sondern ein Portal für Neugierige und Neidhammel. Die persönlichen Daten, die dotrt erhältlich sind, sollte es gar nicht im Internet geben. Wer Wert auf Integrität legt und etwas dom Schutz persönlicher Daten hält, muss für die Schließung von Ratsit sein.
Bonitätsauskünfte wie bei JI, die an Banken erteilt werden, schützen die Privatsphäre. Ich hielte es jedoch für gut, wenn die Benachrichtigungspflicht hier wieder eingeführt würde. Ich sah sie als einen großen Vorteil gegenüber der Schufa in Deutschland an.
3 Kommentare
RSS-Feed für Artikel-Kommentare
Trackback-Link: http://www.fiket.de/2007/03/17/deja-vu/trackback/