Neulich kam die Meldung, dass die Überwachungspläne der schwedischen Regierung vorerst vom Tisch seien, weil die Sozialdemokraten mit Hilfe der Minoritätsklausel im Parlament das Gesetz um ein Jahr auf Eis legen lassen wollten. Das war überraschend, war doch Thomas Bodström, der ehemalige Innenminister der Sozialdemokraten, seinerseits für Einschränkungen der Freiheitsrechte zugunsten der “Sicherheit” bekannt.
Diese Meldung hat vor allem eines bewirkt: dass die öffentliche Diskussion zu dem Thema abflaute. Was schon vermutet wurde (S), wurde jetzt bestätigt, nämlich dass die Sozialdemokraten sich nicht prinzipiell gegen die Pläne sträuben, sondern auf eine Einigung mit der Regierung (S) aus sind, deren Ergebnis schon im Sommer in Kraft treten könnte. Sie schlagen ein unabhängiges Kontrollgremium vor, das den Missbrauch der Überwachungsmöglichkeiten verhindern soll.
Das ist zu wenig, schließlich ändert es nichts an der Tatsache, dass ohne Verdacht im Einzelfall erst einmal alles abgehört und damit massiv in die Privatsphäre der Bürger eingegriffen werden soll. Einmal erhobene Daten wecken Begehrlichkeiten von anderen Behörden und einmal eingeführte Maßnahmen wird man schwer wieder los.
Wie Oberpirat Rick Falkvinge anmerkt (S) bräuchte es jedoch nur vier Parlamentarier die ihre Karrieren aufs Spiel setzen und aus der Regierungskoalition dissertieren, um die grundlegenden Freiheiten in der offenen und demokratischen Gesellschaft zu verteidigen. Eine leider ziemlich unwahrscheinliche Hoffnung.
Schlagworte: News, Politik, Überwachung
Ich muss doch glatt Reklame für eine etwas “ausgefallene” Aktion gegen den Lauschangriff des Radiodienstes der Streitkräfte (Försvarets Radioanstalt) machen: Frei nach dem Motto—“Ihr wollt unsere E-Mails?—Na, bitteschön”
Mehr Info auf schwedisch oder eine Zusammenfassung auf meinem neugestarteten deutschsprachigen Blogg
Ja, und du erlaubst mir nicht, Links zu schicken
Schwedisch: http://www.selig.se/2007/03/21/odenberg-vill-lasa-min-e-post-varsagod/
Deutsch: http://www.der-elch.se/2007/03/22/der-aufwiegler/Nee. Das lustige an der ganzen Geschichte ist ja dass die Mails zu öffentlichen Dokumenten (“offentliga handlingar”) werden und deshalb nach schwedischem Recht sowohl registriert als auch bearbeitet werden müssen.
Bearbeitung in diesem Fall bedeutet zwar sicherlich nichts anderes als den grossen Stempel “Unwichtig” hervorzurücken—das verändert aber nichts an der Notwendigkeit der Registrierung. Eine automatisierte Bearbeitung durch Spam-Filter o.ä. dürfte nach dem Ermessen einiger Anwälte rechtswidrig sein.
Wir werden die korrekte Bearbeitung beim Ministerium dadurch überprüfen, dass wir, völlig im Einklang mit dem schwedischen Recht, unsere Mails als öffentliche Dokumente zur Einsicht herausforden.Ich habe ein paar Zeilen darüber in dem schwedischen Artikel geschrieben.
Ein kleiner aber feiner und lustiger Unterschied zwischen (D) und (S).

Sollte man nicht “sicherheitshalber” auch Kopien aller Mails, die man bekommt, an Odenberg schicken?
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