Beim Wortfeiler gibt es einen schönen Artikel über den Ursprung der skandinavischen Ländernamen.
Bei Schweden hat sie jedoch nicht ganz recht, denn meines Wissens kommt Sverige von Svearike und bedeutet also “Reich der Svear”. Zufälligerweise heute vor einem Jahr war genau das Thema des Wortes der Woche.
Schlagworte: Geschichte, Sprache
Dieser seltsamme Artikel über skandinavische Ländernamen sieht so aus, als hätte der Autor frei geraten und fantisiert, ohne zu wissen wovon er redet, und ganz offenbar ist der Ausgangspunkt Deutscher. Die Schlussfolgerungen funktionieren in den skandinavischen Sprachen meistens nicht.
Ein paar Korrekturen also:
Jeder, der Dänemark besucht hat, weiß dass das deutsche Wort “Tannen” nichts mit “Dänen” zu tun hat. Dänemark hat nämlich kaum Wald, Tannenwald schon gar nicht. Möglicherweise Buchenwald. “Dänemark” bedeutet wörtlich “Land der Dänen”. Mark ist ein oft benutztes wort für “land”, hat aber nichts mit Grenzen zu tun. Vergleich “Finnmarken” (Land den Finnen), “Lappmarken” (Land den Samen).Ich habe nie gehört dass “svear” irgendwie mit “See” zu tun haben könnte. Hört sich in meinen schwedischen Ohren falsch an – es gibt weder auf neu- noch auf alt-Schwedish einen solchen sprachlichen Zusammenhang. Die Svear waren eine von vielen mittelschwedischen Völkergruppen. “Svitjod” kann man auch heute sagen,
und es rührt aus “Erde der Svear” (Svea-jord) her. Also: Svea-erde -> svealand. Möglicherweise hat die ungewöhnliche Ausrede von Svear – Svit – mit der russischen/baltischen Sprachen zu tun. (Vergleich auch das englische “Swede”)Zuletzt Finnland – “sumpfland” – tut mir leid, das ist falsch. Das schwedische “träsk” kann tatsächlich oft sumpf bedeuten – wenn mann in Südschweden wohnt. In Norrland und Finnland dagegen bedeutet “träsk” einfach nur “See”. Der grösste See Finnlands heisst Enare Träsk. Das ist kein Sumpf, sondern ein See. Finnland auf finnisch heisst deswegen “Land der Seen”, oder im ganzen “Land der Tausenden Seen”. Viel poetischer als es wortfeilchen machen wollte.
@Sanna: Ich empfehle zurück zu den linguistischen Wurzeln zu gehen und dort zu forschen. Schließlich ist DIE Autorin examanierte Altskandinavistin und muss daher weder poetisch, noch neuzeitlich argumentieren, an sich muss sie gar nicht argumentieren, sondern ihre Leser unterhalten und verständlich informieren, sie hört sich aber jederzeit gerne Einwände an.

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