Schweden fallen doch noch einmal andere Dinge auf, wenn sie einen Artikel wie diesen zu lesen bekommen.
- Das da auf dem Schild, liebe ZEIT, ist kein Elch:

- Aus Stockholm kommen die Kriminalromane von Mankell, Nesser und Edwardsson nicht, sondern aus Skåne, Uppsala beziehungsweise Göteborg.
- Leif GW Persson wird nicht wirklich “Giwi” genannt, allenfalls nach den Initialen “GW”, aber dann mit “e” anstatt “i” gesprochen. Und seine Popularität und sein Einfluss sind ziemlich übertrieben.
- Wie konnten die Autoren den Mord an Anna Lindh vor dreieinhalb Jahren vergessen? Der hat wirklich hohe Wellen geschlagen und unter anderem dafür gesorgt, dass heute nicht mehr nur König und Premierminister Leibwächter haben.
- Auch wenn der Artikel mehrere richtige Punkte anspricht, bleibt die Frage, ob sich ein ähnlicher Artikel – mit anderen Beispielen – genauso für andere Länder schreiben ließe, oder ob es ein spezifisch schwedisches Thema ist. Wahrscheinlich ist ersteres der Fall.
Schlagworte: Deutschland, Kriminalität, Medien
Die Auffassungsgabe von Journalisten ist begrenzt und der Wille zur Genauigkeit ebenso. Ein Reporter hatte sich bei mit mal über eine Aktion erkundigt, nachdem er bereits fotografiert hatte. Er verlangte keine genauen Zahlen, nur etwas Ungefähres. Hauptsache, die Richtung stimmt!
Größere Genauigkeit wird gar nicht verlangt!Zu Punkt 1: sehr peinlich, in der Tat, zumal dieses Schild weit seltener ist als das berühmte Elchschild. Eigentlich hätte es ein leichtes sein müssen, ein Elchschild in einer Bilddatenbank zu finden.
Zu Punkt 3: wie er genannt wird, weiß ich nicht. Der Name ist mir zwar ein Begriff, aber ein Gegenstand des täglichen Klatsch scheint er nicht zu sein. Dass die Straßen leergefegt wären, während Efterlyst läuft, kann man auch nicht behaupten.
Zu Punkt 4: allerdings – Anna Lindh hat die Spätfolgen vom Palme-Mord sicherlich deutlich verstärkt.
Zu Punkt 5: Medienhysterie gibts überall, Medienmittäterschaft auch. Gerade aktuell ist sicherlich die RAF – ein paar Dutzend Terroristen haben es damals geschafft, ein ganzes Land lahmzulegen. Was da teilweise den Leuten erzählt wurde und umgekehrt von den Leuten dann als Hinweise an die Polizei kam, war grotesk. Oder das Geiseldrama von Gladbeck im Jahr 1988, wo Journalisten mit ihrer Einmischung der Polizei einen Bärendienst erwiesen.
Dennoch sind viele Dinge, wie ich auch bei mir im Blog beschrieben habe, nicht von der Hand zu weisen. Die generelle Angst vor Verbrechen in Relation zur realen Bedrohung steht jedenfalls in einem ziemlichen Missverhältnis.
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