Spritschlucker in Schweden

Dass die schwedische Autoflotte eine der älteren in Europa ist, sieht man auf den Straßen und ist auch zahlenmäßig belegt. Woran liegt das eigentlich? Sind Autos in Schweden weniger Statussymbol und werden deshalb länger gefahren?

Auf jeden Fall sorgt das und die Tatsache, dass Schweden weiterhin gern große Autos mit mehr Verbrauch kaufen (S), dafür, dass in Schweden im Schnitt 20% mehr Benzin pro Autokilometer verbrannt wird als im restlichen Europa.

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  1. Ich habe eine Theorie dazu – als ich 2001 das erste Mal in Kiruna war, fiel mir auf, dass dort die Autos ziemlich alt sind (teilweise sah man noch Passat 1 auf den Straßen fahren). Ein Einheimischer da oben meinte, die Autos würden lange halten, weil das Klima recht trocken sei und kein Salz gestreut wird.

    Da ist in der Tat etwas dran – üblicherweise streut man hier kein Salz auf die Straßen, weil dann Tiere kommen und es auflecken (siehe die Elchmeldung neulich). Der Nebeneffekt von salzfreien Straßen ist, dass korrosionsfördernde Wasser-Eis-Salzmischungen weniger in Kontakt mit dem Metall kommen. Geringerer Langezitverschleiß wäre die Folge – meist wird ja ein Auto erst dann aufgegeben, wenn die nächste Reparatur zu teuer wird. Das sind selten Verbrauchsteile wie Bremsscheiben oder ähnliches sondern durchgerostete Teile der Auspuffanlage.
    Dazu ist das Klima hier oben ja im Allgemeinen recht trocken. Diese Faktoren haben sicherlich ihren Effekt.

    Eine Erklärung für die schwedische Vorliebe für solche spritfressenden SUV-Monster habe ich allerdings auch nicht. Die Theorie muss also noch etwas erweitert werden :-)

  2. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Automobilsparten von Saab und Volvo beide zu amerikanischen Grosskonzernen gehoeren: Saab ist Teil von GM, Volvo gehoert zu Ford. Ford und GM sind nicht dafuer beruehmt, spritsparende Autos zu bauen…

  3. Und ganz wichtig 2 Sachen : Erstens fährt man hier kein Stop and go sondern lange Strecken bei gleichmäsiger Motorleistung. Das senkt den Verschleiss enorm. Manche ältere Wagen ( Volvo ) kann man gebraucht getrost mit 2500 Meilen noch kaufen und weiter 1000 Meilen fahren ohne Ersatzmaschine.

    Und zum anderen haben ältere Mdolle erheblich weniger Chips. Das sind die Ausfallteile Nr. 1. Und wo keine Elektronik , da kann auch keine Kaput gehen. Neuwagen hingegen machen schon mal komishce Zicken bei 30 Grad minus und das trotz Motorwärmer. Deshalb werden die ungerne benutzt.

    SVU und ähnliches fahren meist einschlägige Typen : Leute die nur temporär hier sind z.b. zum Jagen und da besonders Deutsche und Dänen. Dienstwagen des Vägverket u,.ä . Firmen. Und Leute um die 40 die hier relativ wohlhaben sind und einen Schwanzersatz brauchen weils nicht mehr klappt. Leute die wirklich im Skog arbeiten oder ähnliches fahren anderes…. . 6wehler, Traktoren oder richtige Transporter ….

    Have fun
    Otaku

  4. otaku: Ich musste deinen Kommentar wieder aus dem Spam-Filter fischen. Keine Ahnung, warum der dich nicht mag.

    Zum Alter der Flotte: Wird das Gros an Autos wirklich gefahren, bis es schrottreif ist, oder gibt es eine Schwelle, ab der es keiner mehr haben will und es exportiert wird? Wenn diese Schwelle in Schweden niedriger liegt als z.B. in Deutschland würde das erstens das höhere Durchschnittsalter der Autos erklären (ohne Haltbarkeits- und Verschleißargumente) und zweitens auch sehr schön zum “der Deutschen liebstes Kind”-Klischee passen. ;)

  5. Ich bin vor 19 jahren zum ersten Male nach Schweden gekommen. damals dominierten Saab und Volvo die Straßen und Wege. Heute – das ist auffallend – gibt es im Vergleich zu damals deutlich mehr Marken auf den Straßen und Kleinwagen. Dennoch gibt es weiterhin die Vorliebe zum Herrgårdsvagn, der ein Muß für jede junge Familie ist, die auf dem Lande lebt (und gleich dabei die Anhängerkupplung).

    Hinzu kommt die Vorliebe des Schweden für bequemes Reisen. Als man in Deutschland noch Holzklasse hat, war in Schweden alles längst gepolstert.
    Man braucht nur in die Autokataloge zu schauen. Die Modelle mit den kleinsten Motoren, wie sie in Deutschland angeboten werden, gibt es hier erst gar nicht. Und Motorräder mit kleinem hubraum haben hierzulande erst recht keine Chance.

    Die älteren und im Vergleich immer noch recht großen Hubräume mögen den höheren Verbrauch erklären.

    Daß die Fahrzeugflotte in einem früheren EU-Durchschnitt die zweitälteste gewesen ist (17älteste von 18 Ländern), liegt aber auch an den hohen Erwerbs- und Unterhaltungskosten im Vergleich zum niedrigen schwedischen Monatsverdienst. In keinem anderen westeuropäischen Land haben Händler wie Biltema, Mekonomen und Meca so eine große Verbreitung. Service beim Händler können sich nicht alle leisten!

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