Minister mit wertlosem Examen?

Die neueste Sau, die gerade durchs politische Dorf in Schweden getrieben wird, betrifft Arbeitsmarktminister Sven Otto Littorin. Der MBA, den er in seinem Lebenslauf angibt, wurde im Fernstudium abgelegt und stammt von der Fairfax University in den USA. Dabei scheint es sich um eine Diplomfabrik zu handeln, die anstatt Studienleistungen Geld als Gegenleistung für einen Abschluss verlangt.

Das Högskoleverket würde nach eigener Aussage ein solches Examen in Schweden nicht anerkennen. Ein nettes Detail des Skandals ist, dass Littorin sich weder daran erinnert, wo die “Universität” lag, noch, wer der Betreuer seiner Abschlussarbeit war. Anmerkenswert ist auch noch, dass es ein Blogger war, der den Stein ins Rollen gebracht hat.

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  1. Die Website von den Fairfaxern kommt jedenfalls nicht besonders seriös rüber.

    Entlarvend: “If earning a degree that has to be ‘accredited’ (however flexibly defined) then a potential applicant must satisfy him/herself, before taking a FUI degree program, that a FUI degree, once earned and awarded, will serve the purpose(s) for which a degree is normally required. The Institute is happy to correspond with agencies, employers and other bodies regarding the suitability of a FUI program but cannot accept responsibility of the extent to which a FUI award will be ‘recognized’.”

    Und kein Wunder daß der stolze Master sich nicht an Details der “Hochschule” erinnern kann. Auf der Website ist auch nur eine Emailadresse angegeben.

  2. Ja, ich bin gespannt, ob er bei seiner Version bleiben kann, dass er nichts ungewöhnliches bei seinem Examen festgestellt hat. Damit müsste man ihm anstatt des Betrugsversuchs nämlich unterstellen, dass er sich böse über den Tisch hat ziehen lassen. :)

  3. An dieser Stelle sei vorsichtshalber angemerkt, dass Fernstudium nicht gleich unseriös sein muss. Es gibt zahlreiche deutsche und internationale Hochschulen, die akkreditierte und anerkannte Studiengänge über die Methode des Fernstudiums anbieten. Wie der obige Beitrag zeigt, gibt es natürlich auch schwarze Schafe, so dass sich jeder Interessent vor der Aufnahme eines Fernstudiums gründlich informieren sollte.

  4. Ich habe auch an der Fairfax Uni studiert und dabei ist eine dreibändige Dissertation herausgekommen. Betreut hat mich ein schottischer Professor, ein “echter”. Vom “Kauf” eines Titels kann wirklich absolut nicht die Rede sein und damals, als ich dort studierte, war auch (leider) nicht klar, dass die Uni nicht anerkannt ist. Im Gegenteil. Meiner Recherche nach sind erst jetzt in den letzten Jahren mehr Kontrollen und Standards eingeführt worden. Damals (2002 bei mir) war das eine für viele ernsthafte Studenten völlig unübersichtliche und in mancher HInsicht auch irreführende Situation, da in den USA klare Richtlinien fehlten und die Uni gar deutlich als vom Staat Missouri anerkannte “degree granting institution” eingestuft war. Leider habe ich damals nicht alle URLs kopiert und als Beweis aufbewahrt. Ich kann nichts über die Geschichte von Herrn Littorin sagen, aber einfach zu behaupten, dass er lügt, halte ich für sehr fragwürdig, da es gut sein kann, dass er genauso wie viele andere STudenten aus dieser noch “unklaren Fernuniversitätszeit” im guten Glauben gehandelt und auch gearbeitet (!) hat.

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