Das Verhältnis der Schweden zu ihrem Monarchen lässt sich nicht in wenige Worte fassen. Manche wollen ihn abschaffen, oder zumindest der Tochter das Amt ersparen. Andere belächeln König Carl Gustav, haben Mitleid mit ihm, aber finden das Ganze doch irgendwie sympathisch. Wieder andere finden Monarchie durchweg prima.
Kritik an den wenigen Dingen, die der König noch machen darf, hört man immer wieder. Zwei aktuelle Beispiele: Carl XVI. Gustav darf Orden nicht nur verleihen, sondern auch entscheiden, wer einen bekommt. Und er tut das nicht in der einzig akzeptierten Weise, nämlich an Männer und Frauen gleichermaßen. Von den 1600 Medaillen, die er in seiner Amtszeit vergeben hat, gingen nur 20 Prozent an Frauen. Je höher die Auszeichnung, desto weniger weibliche Träger. Es wird diskutiert, dem König dieses Privileg zu entziehen.
Eine andere Aufgabe des Monarchen ist es, dem sogenannten “außenpolitischen Rat” vorzusitzen. Genau das kritisiert jetzt ein alter Hase der schwedischen Außenpolitik in seinem Buch:
Das Außenministerium vergeudet Ressourcen, nur um dem Rat gerecht zu werden. Außerdem sollten wir als Anhänger der konstitutionellen Monarchie, diese Regierungsform verfeinern. Das bedeutet, dass der König eine rein repräsentative Rolle hat.
Der Autor Lars Danielsson ist jedoch Sozialdemokrat und zudem immer noch arg in der Kritik wegen seiner langsamen Reaktion beim Tsunami in Thailand vor einigen Jahren. Deshalb wird in dieser Legislaturperiode wohl alles beim Alten bleiben.
Schlagworte: Gleichberechtigung, Monarchie, News, Politik
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Wohl wahr – ich finde es immer wieder erstaunlich, dass man das Quotenprinzip auch auf Bereiche anwenden möchte, wo es keinen Sinn macht. Wenn man jemanden für Verdienste auszeichnet, darf das Geschlecht keinerlei Rolle spielen. Wenn man Frauen nur auszeichnen würde, weil bisher so wenige Frauen ausgezeichnet wurde, verhöhnt man die Verdienste von evtl. in Frage kommenden Männern.
Themawechsel: die Monarchie ist in Schweden kaum abschaffbar. Zwar sind die Schweden Demokraten durch und durch, und in den Parteiprogrammen der meisten Reichstagsparteien ist die Abschaffung der Monarchie schon lange vorgesehen, aber passieren wird diesbezüglich nichts. Die Mehrheit der Bevölkerung findet die Institution der Monarchie gut. Das Königshaus ist einigermaßen bescheiden, und so verzeiht man dem König einiges, auch wenn er manchmal den einen oder anderen Ausrutscher macht. Zudem ist die Monarchie in Schweden so eingeschränkt wie nirgendwo sonst. Das nicht demokratisch gewählte Staatsoberhaupt hat also nicht viel zu sagen und da bei der Thronfolge auch absolute Geschlechtergleichstellung herrscht, sind die Schweden auch zufrieden.
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“Wenn man Frauen nur auszeichnen würde, weil bisher so wenige Frauen ausgezeichnet wurde, verhöhnt man die Verdienste von evtl. in Frage kommenden Männern.”
Man verhöhnt vor allem die ausgezeichneten Frauen, weil ihnen sofort latent unterstellt wird, nur aufgrund der Quote ausgezeichnet worden zu sein.
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Kann man von beiden Richtungen sehen – das stimmt schon.
Da die Quote bislang aber 20% beträgt, käme diese Gefahr eigentlich nur auf, wenn der König plötzlich reihenweise Frauen auszeichnen würde.
So oder so: bei politischer Repräsentation lasse ich mir Quoten zur Beförderung der Gleichstellung gefallen, aber wenn “Belohnungen” auch nach Geschlecht vergeben werden, wird nicht mehr nur die Leistung belohnt.
Kritisch sehe ich daher auch das, was ich gerade in der “Wikipedia”: http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverdienstkreuz gefunden habe: “Im Oktober 2006 führte Bundespräsident Horst Köhler eine Quotenregelung für Frauen von de facto 30% ein. Die Vorschlagslisten der Ministerpräsidenten werden nur noch angenommen, wenn von zehn Personen, die mit dem Verdienstorden ausgezeichnet werden sollen, mindestens drei Frauen sind.”
Immerhin beschränkt sich das nur auf die Vorschlagslisten. Wer dann letztendlich ausgezeichnet wird, kann dann immer noch individuell entschieden werden.
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Andererseits glaube ich nicht daran, dass Männer so viel häufiger auszeichungswürdig sind als Frauen, dass sich ein 1:4 Verhältnis ergibt.
Nein; das halte ich auch für unwahrscheinlich. Dem König auf die Finger zu klopfen für die Ordensvergabepraxis ist also durchaus in Ordnung, aber bitte ohne Quote.
An dieser Stelle muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich die Ironie in Deinem Text nicht erkannt habe. Das passiert mir sonst eher selten.
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