Gestern war der 10. und deshalb die Preisverleihung der diesjährigen Nobelpreise und das zugehörige Bankett.
Übermorgen kommen die beiden Physikpreisträger wie jedes Jahr nach Uppsala, um noch einmal eine Vorlesung zu geben, nachdem sie morgens von der Stockholmer Lucia geweckt wurden. Im Gegensatz zum letzten Jahr wo der Preis an Astronomen ging und wir deshalb reservierte Plätze bekamen, gilt es dieses Jahr wohl wieder, rechtzeitig da zu sein, denn es wird üblicherweise sehr voll.
Die Rede der Literaturpreisträgerin Lessing (auf Englisch oder Deutsch) ist übrigens auch lesenswert, trotz ihrer negativen Bemerkung über das Internet und das Bloggen.
Nachtrag, 071213: Ich habe – trotz halber Stunde zu früh – nur auf den Stufen Platz gefunden und wie erwartet nicht viel verstanden. Erwähnenswert ist vielleicht noch der Pomp und das Formelle rund um die Preisträger. Vor dem Labor waren, den Nationalitäten der beiden entsprechend, französische und deutsche Flaggen gehisst und sie kamen in zwei schwarzen Stretch-Limousinen, natürlich von Volvo.
Schlagworte: News, Nobel, Uppsala, Veranstaltung, Wissenschaft
Pingback von da Gama är bra! » Nobelpristagarna i fysik am 2007-12-13 um 12:26
Was ich an den zum Physik-Nobelpreis führenden Originalarbeiten von Grünberg und Fert interessant finde: Beide sind weder Erst- noch letzter Autor, also weder die eigentlichen Verfasser (Doktoranden/PostDocs) noch die Institutsleiter. Warum haben gerade sie den Preis bekommen, und nicht z.B. die Erstautoren? Ich haben die Frage hier in Linköping einem ehemaligen Mitarbeiter von Grünberg gestellt , und der konnte sie auch nicht beantworten. Mich würde wirklich interessieren, wie hier die Kommision entscheidet, bzw. auf welchen Namenseinsendungen ihre Entscheidung beruht!
Und zum Verständnis: Es gibt hier in Linköping die schöne jährliche Tradition einer einstündigen Vorlesung für jeden Nobelpreis von einem Spezialisten auf dem Themengebiet.Ich sage nicht dass der diesjährige Nobelpreis zweifehlhaft war. Aber das erste paper war diesmal wohl doch wichtig, denn sowohl Grünberg als auch Fert hatten ihre ersten Original-Arbeiten bei Physical Review Letters eingereicht. Grünbergs Arbeit wurde allerdings abgelehnt, bzw. zu Physical Review B transferiert. Er hat aber darauf bestanden, dass das ursprünliche Einreichungsdatum bei Physical Review Letters beibehalten wurde. Das hatte damals zwar hautpsächlich patentrechtliche Gründe (Das Forschungszentrum Jülich verdient immer noch recht gut daran), dürfte aber auch für den Nobelpreis wichtig gewesen sein.
In der Festkörperphysik sagt die Reihenfolge üblicherweise sehr wohl was aus. Vorne steht der Hauptverfasser, danach die Coautoren in abnehmender Wichtigkeit für das paper, und zum Schluss derjenige, der die Leute bezahlt. Zugegeben, das habe ich auch schon anders kennengelernt, z. B. in der Elementarteilchenphysik alphabetisch sortiert, und im Maschinenbau mit dem Institutsleiter vorne.
richtig interessant wird die Auswahl des Nobelpreisempfängers wohl, wenn der LHC demnächst das Higgs-Boson finden wird (?).
Und zum Thema zweifelhafte Nobelpreise: Laughlin hat seinen Preis 1998 für die Theorie zum gebrochenzahligen Quanten-Hall-Effekt sicherlich verdient, aber anstelle von Störmer und Tsui hätte man den experimentellen Anteil dem Gossard und Co. für die Herstellung der Probe geben können. Wäre die Probe gut genug präpariert gewesen, hätte nämlich Klitzing schon 1980 die gleichen Beobachtungen machen können. Manchmal reicht es aus, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, siehe auch Anderson und die Positron-Entdeckung.
Umgekehrt hat es mich 2002 sehr gefreut dass Davis für sein Neutrino-Experiment doch noch den Preis bekommen hat.
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