Radio Schweden nur noch im Internet

Radio Schweden, die deutschsprachige Sendung des SR, die es seit fast 70 Jahren gibt, wird eingestellt – allerdings nur im “klassischen” Radio, sprich Kurz- und Mittelwelle. Die Nachrichten in Text- und Podcastform werden weiterhin auf radioschweden.net erscheinen.

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  1. Es wird zwar etwas versteckt gesagt, aber es wird deutlich, dass es künftig auch kein Magazin mehr geben wird, sondern nur noch die Nachrichten. Damit ist der deutsche Dienst wohl ein untergehendes Schiff, denn wer braucht schon die Nachrichten, die er auf der Internetseite lesen kann, in hörbarer Form?
    Da wären sie weit besser beraten, wenn sie statt den täglichen Nachrichten nur noch einmal in der Woche ein Magazin machen würden.

    Ich fürchte jedenfalls, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es endgültig aus ist mit dem deutschsprachigen Rundfunk aus Schweden.

  2. Bis auf einige wenige Male reinhören, kenne ich das Audioprogramm gar nicht, sondern lese lieber. Mein Eindruck war auch, dass beides eh schon ziemlich deckungsgleich ist.

    Was ist bzw. war das Magazin? Ich sehe dazu nichts auf der Webseite.

    Wenn tatsächlich schon mehr viel Leute per Podcast zuhören als über Radio, dann halte ich den Wechsel für sinnvolle Weiterentwicklung und nicht nicht für das “baldige Ende”, das insofern natürlich zu beklagen wäre, denn ich finde es toll, dass SR so viele Nischen bedient.

  3. Die bisherige Sendung war ein halbstündiges Programm, das aus ein paar Minuten Nachrichten und dann aus tiefergehenden Interviews und Reportagen bestand. Dazu gab es auch noch bunte Themen wie (im wahrsten Sinne des Wortes) “Faluröd” oder wie es einem deutschen Handwerker in Skåne so ergeht.
    Gut 70% des Programms waren also nicht die Nachrichten, sondern eben die Zusatzinformationen, und wenn das nun eingestellt wird, bleibt nur ein Rumpfprogramm. Gerade aber diese Magazinelemente machten es überhaupt interessant, sich das anzuhören. Wenn man künftig dort nur noch vorgelesen kriegt, was man auf der Seite eh schon lesen kann, kann man sich das auch schenken. Ich habe nichts gegen lesbare Informationen, aber dann müsste ein echtes Internetmagazin aus der Seite werden, und danach sieht es mir nicht aus.

    Die Redaktion ist auch nicht gerade begeistert davon, wie man sehr deutlich am Ende des gestrigen Podcasts hören kann:
    http://www.sr.se/laddahem/podradio/SR_sri_tyska_080204070101.mp3

  4. Ok, ich ging davon aus, dass die Podcasts die übliche Länge beibehalten. Wenn sie aufs Minimum gekürzt werden, wäre das in der Tat schade. Allerdings geht das, wenn überhaupt, nur sehr indirekt aus oben verlinktem Text hervor und man fragt sich, warum die Nachricht “Internet anstatt Radio” als zentralen Punkt hat und nicht die inhaltliche Kürzung.

  5. Ja, es ist in der Tat sehr versteckt – wie immer bei solchen PR-Geschichten werden Kürzungen zu Umstrukturierungen gemacht, um zu verschleiern, dass in der Tat etwas verloren geht.

    Ich kann ja verstehen, dass sie dafür kein Geld mehr ausgeben wollen – immerhin hat die ehrwürdige BBC ihren geradezu legendären deutschen Dienst vor einigen Jahren auch eingestellt, weil einer der Grundaufträge, unabhängige Nachrichten in undemokratisch regierte Länder zu bringen, schon vor längerem weggefallen war.
    Schade ist es natürlich trotzdem, zumal bei einem mittelfristig ja auch irgendwo zu erwartenden Wegfall des deutschen Angebots von SR kein gleichwertiges Angebot aus Schweden mehr existieren würde. Bislang gibt es trotz der groißen Anzahl von Deutschen ja keinen Dienst wie “The Local” – bei dem frage ich mich allerdings auch, wie er sich finanziert.

  6. Tja, dann ist es an uns, die Lücke zu füllen. ;-)

  7. Wohl wahr – die Frage ist nur, wie man sowas hochzieht. “The Local” hat ja immerhin Zugang zu den Nachrichtenagenturen und so. Allerdings ist Fiket auch schon ziemlich nahe dran :-)

  8. Ob man von Agenturen abschreibt/übersetzt oder von Medien, die von Agenturen abschreiben, macht wohl keinen großen Unterschied mehr. ;)
    Man kann wenigstens verlinken, wo man es her hat.

    Das Hauptproblem dabei ist ja, dass es so langweilig ist, wenn einen das Thema nicht interessiert…

  9. Das ist richtig, aber bei Bildern oder so sieht es bislang ziemlich mau aus.

    Sollte SR irgendwann dicht machen, können wir ja The Local eine deutsche Ausgabe vorschlagen. Arbeitstitel “Das Örtliche” – ich fürchte allerdings, bei dem Namen ist Ärger mit der Telekom vorprogrammiert :-)

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