Staatliche Imamausbildung

Weil ich Religionen jeglicher Art skeptisch skeptisch betrachte, fand ich die Meldung, dass der schwedische Hochschulminister Lars Leijonborg Beitragsgelder für die Ausbildung von Imamen bereitstellen will, natürlich skandalös. Aus dem Gebot, alle Religionen gleich zu behandeln, würde ich stattdessen ableiten, dass man den Priestern und Pastoren das Ausbildungsgeld streichen sollte.

Andererseits. Wir werden uns noch ein paar Jahre lang mit Religionen abfinden müssen und auf die Frage, vom wem ich meine jungen Mitmenschen lieber beeinflusst hätte, von einem frisch importierten Wahhabiten oder einem in Schweden ausgebildeten und integrierten Muslim, der die Vorzüge einer offenen Gesellschaft zu schätzen gelernt hat, muss ich zähneknirschend zugeben, dass letzteres. Der Radikalisierung des Islam entgegenzuwirken, ist offizielles Ziel der Gründung der schwedischen Imamschule.

Schlagworte: , ,

  1. Wer Religion aus dem Bildungssystem gänzlich fernhalten will, erweist der Idee des nicht religiös dominierten Staats interessanterweise in Wirklichkeit einen Bärendienst. Die Gesellschaft wird dadurch in religiöser Hinsicht radikalisiert. Schließlich ist es eine Binsenweisheit der Relgionswissenschaften, dass extremistische Strömungen vor allem dort blühen, wo Religion in der ausschließlichen oder überwiegenden Hand von Laien ist. Das lässt sich bei evangelikalen Gruppen genauso feststellen wie bei Islamisten.

    Weiterhin ist es wohl kein Zufall, dass biblizistisch-protestantische Gruppen ausgerechnet in den USA, wo schulischer Religionsunterricht verboten ist, so erfolgreich sind.

Kommentieren

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Mögliche Formatierungen im Kommentar anstatt HTML: "Linktext":http://url/, _kursiv_, *fett*, mehr.