Wie fast jeden Tag sind die Seiten der großen schwedischen Zeitungen von Kriminalität bestimmt. Einer hat wen umgebracht, jemand wurde wegen irgendwas festgenommen, einer verklagt jemand anderes, es brennt irgendwo. Das ist in der Regel sehr langweilig, verkauft sich aber aus mir unverständlichen Gründen gut.
Nachrichten, die etwas generelleres darüber aussagen, wohin wir als Gesellschaft unterwegs sind, vor allem wenn es gute Nachrichten sind, werden größtenteils ignoriert. So taucht zum Beispiel die heutige Meldung, dass Schweden in der Wohlstandsstatistik der OECD nach vorne gerückt ist, entweder gar nicht oder nur als kurze Notiz im unteren Teil der jeweiligen Seite auf.
Schlagworte: Medien, News, Statistik, Wirtschaft
Ich würde nicht ganz zustimmen – die Schweden lesen anscheinend sehr gerne davon, dass sie mal wieder Weltspitze sind.
Die hast aber auf alle Fälle damit recht, dass es leider eine Grundeigenschaft der schwedischen Medienlandschaft ist, sich auf gewisse Typen von Meldungen zu versteifen.Das sind zum Einen, wie du ja schreibst, die Gewaltmeldungen, wo man allen Schweden einredet, sie würden in einem wahnsinnig gefährlichen Land leben.
Zum Anderen sind es – und das geht mir noch viel mehr auf den Zeiger – Meldungen wie das heutige “4 von 10 Frauen arbeiten Teilzeit”. Diese allgemeinstatistischen Nachrichten a la “Jeder Fünfte fährt schwarz” sind einfach nur nervig, weil sie nicht selten auf die Titelseite gesetzt werden, vor allem von den U-Bahn-Zeitungen. Die zweite oder dritte Statistik mag ja noch interessant sein, aber wenn man jahraus jahrein fast jeden Morgen Statistiken vorgesetzt bekommt, die ohne jede weitere Recherche einfach nur als Aufmacher hingeklotzt werden, ist das ohne jeden Belang.
Irgendwie ist es auch bezeichnend, dass es in Schweden erst seit drei Jahren ein Nachrichtenmagazin vom Zuschnitt eines SPIEGEL gibt – sonderlich investigativ ist das nämlich alles nicht.
Es gibt durchaus Dinge, die von den schwedischen medien recherchiert werden. Dazu gehören die Berichte der letzten Woche, daß jeder zehnte Jugendliche von Sozialhilfe lebt, weil er keine Arbeit findet.
Hinzu kommen die Jugendlichen, die keine Arbeit haben, ohne von Sozialhilfe leben zu müssen/können/dürfen, so daß die Jugendarbeitslosigkeit sehr hoch ist.
Die Politik hat zu viel Energie darauf verwendet, den Schüler ein Studium schmackhaft zu machen. So fehlt es mittlerweile an Mengen Handwerkern und anderer Berufe, die kein Hochschulstudium voraussetzen.
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