Es ist möglich, dass es sich mittlerweile auch in Deutschland eingebürgert hat, aber ich habe es von Anfang an in Schweden gemocht, dass man sich immer auch Bargeld geben lassen kann, wenn man irgendetwas mit Karte bezahlt. Jedes Geschäft wird so zum Geldautomaten und muss am Ende des Tages weniger Geld auf die Bank bringen. Beide Seiten sind glücklich.
Was ich jedoch nicht verstehe, sind die Beträge, die sich Leute bar auszahlen lassen. Die meisten, die man zu beobachten Gelegenheit hat, runden nämlich den Kaufbetrag auf eins der nächsten Vielfachen von Hundert auf. Zum Beispiel: Jemand kauft etwas für 166 Kronen, lässt seine Karte mit 400 Kronen belasten und bekommt 234 zurück.
Warum ist es besser, einen “runden” Betrag auf dem Kontoauszug zu haben oder warum lässt man sich freiwillig Kleingeld geben? Ich weiß es nicht. Ich nutze diese Art des Geldabhebens auch häufig, aber lasse mir nie Kleingeld, sondern Hundert-Kronen-Scheine ausbezahlen.
Schlagworte: Alltag, Besser, Seltsam, Wirtschaft
Die Frage nach dem Kleingeld kann ich dir leider nicht beantworten, aber in Deutschland scheint das Ganze noch nicht bekannt zu sein. Zumindest schauen einen die VerkäuferInnen doch immer sehr seltsam an. Ich vergesse meistens, dass ich in Deutschland bin und will auch immer meine Karte beim Bezahlen selbst durchziehen. Das sorgte schon für Verwirrung und ebeso Empörung beim Verkaufspersonal.
Hi! In Deutschland hab ich das noch nicht gesehen, aber als ich mal in Australien war, hab ich festgestellt, dass sich das schon fest eingebürgert hat. Na gut, das ist ganz praktisch, wenn man mal nicht zur Bank latschen will, aber sich extra in der Schlange anstellen um mal was abzuheben ist mir zuviel des Guten. Lohnt sich echt nur, wenn man eh einkaufen ist.
Wer sich nur Scheine auszahlen lässt, hat es auch nicht viel besser: der nächste Einkauf kommt (schnell) und dann gibt es – wenn man das Münzgeld nicht als Trinkgeld im Laden lässt – eben auch wieder harte Währung.
Die Möglichkeit beim Einkaufen Bargeld abzuheben, finde ich auch gut, obwohl man anmerken sollte, dass die meisten Supermärkte nur gewisse Karten von gewissen Banken für diesen Service akzeptieren.
Thematisch dazu passend – Einkaufen und Bezahlen – habe ich noch was anderes zu ergänzen. Für ein halbes Jahr lebe ich gegenwärtig nicht in Schweden sondern in Belgien und bin sehr begeistert vom Proton-System. Ich meine mich zu erinnern, dass es versuchsweise auch mal ein ähnliches System in Deutschland gab, nämlich Kleinstbeträge mit der Karte bezahlen zu können, ohne jedoch unterschreiben oder den Pinkode eingeben zu müssen. Dies wird durch einen Extrachip auf der Karte ermöglicht, den man mit Beträgen bis zu 50,- EUR aufladen kann. Hier ist es wirklich möglich bei z.B. jedem Bäcker sein Baguette für 80 Cent mit der Karte zu bezahlen, Karte reingesteckt, Betrag bestätigen und das war’s. Bargeldlose Zeiten und die Brüsseler scheinen das System angenommen zu haben. Finde ich toll.
@ ulli: ein ähnliches system gibt es in deutschland wirklich. es nennt sich “geldkarte” und funktioniert so, wie du es beschrieben hast.
ich habe es leider noch nie ausprobiert, weil ich es eigentlich nur für automaten (z.B. fahrscheine) kenne, an denen ich sowieso mit der normalen ec-funktion zahlen kann.Dann war das wahrscheinlich nur meine deutsche Bank, die ihre EC-Karten nicht mehr mit Geldkarten-Chip ausstattet. Ich dachte, dass Geldkartensystem wäre in Deutschland generell “gestorben” – falsch gedacht.
Das System mit Karte und Pin ist gerade in Bezug auf kleinere Beträge relativ teuer für den Händler. Daher verweigern viele kleine Geschäfte und Bars die Annahme von Karten, wenn man z.B. etwas für weniger als 50 Kronen erwirbt. Alternativ erfolgt ein Preisaufschlag von 5 Kronen. In solchen Fällen wäre das ohne Pin auskommende Geldkartensystem sowohl für den Kunden als auch den Händler eine sinnvolle Alternative/Ergänzung.
In diesem Zusammenhang fand ich auch immer Bemerkenswert, dass man in Schweden beim Clubbesuch kein Bargeld benötigt. Am Einlass und am Tresen kann ganz selbstverständlich sein Eintritt/Bier mit Kreditkarte/EC-Karte gezahlt werden. Besonders die Verbreitung der Kreditkarte hat mich sehr gefreut. Wobei in Deutschland wohl auch langsam die Kreditkarte im Einzelhandel entdeckt wird.
Geld abheben in Schweden beim Einkaufen ist glaub ich seit 2006 nurnoch den schwedischen EC-Karten vorbehalten. Bis dato war es für mich immer eine günstige Quelle um ohne Automatengebühr an ausländisches Geld zu kommen. In Deutschland hatte glaub ich Minimal (jetzt Rewe) diesen Service des Geld abhebens. Dies wurde mir seitens meiner Bank sogar empfohlen. Aber der Mindesteinkaufswert lag glaub ich bei 20 € für diesen Service. Hab das leider nie getestet.
> Ein solches System gibt es in Schweden übrigens gar nicht und ich kann
> mir den Bedarf auch kaum vorstellen, denn mit Karte und PIN zu
> bezahlen, ist auch bei kleineren Beträgen nicht unüblich.Das System geldkarte hat nur ganz kurz in Schweden existiert und wurde mangels Nutzung wieder eingestellt.
> Geld abheben in Schweden beim Einkaufen ist glaub ich seit > 2006 nurnoch den schwedischen EC-Karten vorbehalten.
Es gibt keine schwedischen EC-Karten, nur sogenannte Bankkarten.
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