Es ist Sommer in Schweden. Das sagt zwar nicht unbedingt etwas über das Wetter aus, aber über die Mentalität der Leute. Im Juli passiert in Schweden nicht viel. Die meisten haben Urlaub, um den kurzen Sommer auszunutzen. Geschäfte und Firmen schließen, sogar einige Restaurants. In den Städten ersetzen Touristen die Einheimischen (s.u.), die stattdessen irgendwo auf dem Land sind.
Trotzdem wollen Zeitungen gefüllt werden und so blättert man sich allmorgendlich durch typische Sommerlochmeldungen wie die, dass ein Pilz die Eschen auf Gotland bedroht oder dass bei einem “Spreng-Attentat” zwei Bretter der Veranda eines Kommunalpolitikers zerbrochen wurden.
Ein paar Dinge sind vielleicht trotzdem erwähnenswert:
- Christer Fuglesang, der bisher einzige schwedische Astronaut darf nach seinem einzigen Flug vor anderthalb Jahren nun doch noch einmal mit dem Space Shuttle der USA zur ISS fliegen, und zwar Juli 2009. Nur kurz nach dieser Meldung meldete er sich prominent in DN zu Wort und forderte mehr schwedisches Engagement im Weltraum.
- Das umstrittene Abhörgesetz hält sich hartnäckig in den Debatt-Seiten und sechs Frauen aus der liberalen Folkparti wollen gegen die Regierung, an der sie beteiligt sind, meutern und eine zukünftige Motion der Opposition für Änderungen am Gesetz unterstützen. Eine Klausel, dass nur bei Verdacht abgehört werden darf, ist im Gespräch, würde die massenhafte Überwachung Unschuldiger verhindern und die Behörde FRA praktisch arbeitslos machen. Was jedoch genau in dieser Richtung passieren wird, ist noch unklar.
- Im größten Freizeitpark des Nordens, Liseberg bei Göteborg, ist letzte Woche ein Fahrgeschäft havariert und es gab ein paar Verletzte.
- Der Tourismusboom hält weiter an und jedes Jahr ist ein neues Rekordjahr. Im Mai kamen ganze 17 Prozent mehr Leute nach Stockholm als letztes Jahr. Allerdings ist mein persönlicher Eindruck, dass unser kostenloses Gästezimmer (siehe auch hier) bisher etwas weniger nachgefragt ist.
Schlagworte: Ereignis, Medien, News, Politik, Reisen, Sommer
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Ich finde, es gibt in Schweden gar kein Sommerloch. Fast alle Aussenaktivitäten des Jahres finden fast ausnahmslos in den zwei Sommermonaten Juli und August statt. Nach Schulbeginn im August, spätestens aber am 31. August, fällt der Vorhang, die Sommercafés schließen, und dann fällt man in das zehn Monate lang währende Winterloch.
Ich würde dann und wann gerne ein Evenemang besuchen, aber jetzt im Monat Juli und dann im August findet alle statt, und das meiste gleichzeitig.
Es ist schade um die Monate September bis Juni. Dann herrscht Tote Hose.
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Wegen Sommerloch kann ich meinen Senf etwas ausführlicher abgeben
– Habe dutzende tote Eschen in Südschweden gesehen. Sieht schon deprimierend aus, wenn eine ganze Reihe Bäume an einem Feldweg nur noch aus kahlen Ästen bestehtl. – Klar ist ein Sprengattentat ernst und keine Bagatelle, aber die Berichterstattung war auch in sonst so seriösen Medien “sensationsfördernd”. Laut Ton hätte man meinem können, das ganze Haus sei weg. Im Bild hat man nur zwei gebrochene Latten der Veranda gesehen. Bratpfanne fallen lassen kann die gleichen Folgen haben. – Das Abhörgesetz ist ein Glücksfall für die Opposition. Wie oft habe ich jetzt schon gelesen: “Wählt mich und ich schaffe das Gesetz vor Einführung wieder ab!” – Zwei Tage vor dem Unglück in Liseberg saß meine Familie noch auf “Rainbow”. Seltsames Gefühl. – In Göteborgs Posten stand, dass an der Westküste nicht so viele Touristen wie in den Vorjahren seien.
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