Wie jedes Jahr (2007, 2006) kommt hier eine Zusammenstellung der diesjährigen Nobelpreise, die im Laufe dieser Woche bekannt gegeben wurden und werden.
- Der Preis für Medizin geht zur Hälfte an Harald zur Hausen (Deutschland) für die Entdeckung des Papillomaviruses, das Gebärmutterhalskrebs hervorruft. Die andere Hälfte teilen sich Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier, beide aus Frankreich, dafür das menschliche Immunschwächevirus entdeckt zu haben.
- Die Hälfte des diesjährigen Physikpreises geht an Yoichiro Nambu (USA), für die Entdeckung des Mechanismus hinter der spontanen Symmetriebrechung in der subatomaren Physik. Je ein Viertel bekommen Makoto Kobayashi und Toshihide Maskawa aus Japan für die Entdeckung des Ursprungs der Symmetriebrechung, die die Existenz von mindestens drei Quarkfamilien in der Natur voraussagt.
- Der Nobelpreis für Chemie geht zu je einem Drittel an Osamu Shimomura, Martin Chalfie und Roger Y. Tsien aus den USA, für die Entdeckung und Entwicklung des grün fluoreszierenden Proteins, GFP.
- Der Literaturpreis geht dieses Jahr an den Franzosen Jean-Marie Gustave Le Clézio, den Autor der neuer Aufbrüche, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase, den Erkunder des Menschlichen über die herrschende Zivilisation hinaus und darunter hinweg.
- Den Friedenspreis erhält der ehemalige finnische Präsident Martti Ahtisaari für seine wichtigen Anstrengungen über mehrere Kontinente und über drei Jahrzehnte hinweg, internationale Konflikte zu lösen. Dieser Preis freut mich weit mehr als Al Gore letztes Jahr und ich bedaure es jetzt noch mehr, die diesjährige Dag Hammarsköld-Vorlesung von Ahtisaari vor drei Wochen hier in Uppsala verpasst zu haben.
- Der Wirtschaftspreis, der eigentlich kein richtiger Nobelpreis ist, sondern später von der schwedischen Reichsbank dazugestiftet wurde, geht an den bloggenden Paul Krugman aus den USA für seine Analyse von Handelsmustern der Orte wirtschaftlicher Aktivität. Was auch immer das bedeuten mag.
Die Preisverleihung findet wie jedes Jahr am 10. Dezember statt, dem Todestag von Alfred Nobel.
Schlagworte: Deutschland, Medizin, News, Nobel, Wissenschaft
Die Geistesriesen in Stockholm machen ihrem Ruf mal wieder alle Ehre. Also, ich stelle mir das so vor:
Szene: Festsaal im Börshuset, Stockholm. Nach dem Mahl. Leere Champagnerflaschen. Betrunkene hängen über den Stuhllehnen.
Akademist 1:
(lässt sein Schnapsglas fallen) Sjung hopp fallerallanlei… Tja, liebe Kollegen, wir muessen ja mal wieder diesen Nobelpreis verteilen, nicht wahr?Akademist 2:
(rülpst)Akademist 3:
Echt, isses schon wieder Oktober?Akademist 1:
Ja, isses. Die ganzen Vorschläge aus dem Büro hab ich schon weggeschmissen, wie immer.Akademist 2 :
(schnarcht)Akademist 3:
Dann machen wirs doch so wie sonst… (zum zweiten Akademisten:) he, wach mal kurz auf! Aufwachen!!!Akademist 2:
Skål. Wwwasn los?Akademist 1:
Nobelpreis. Li-te-ra-tur-no-bel-preis.Akademist 2:
Ach so. Gleich. (Steht auf und beginnt sich zu übergeben) läuargh…lgluarrghhh…ööörgh….Akademist 1:
Also, ich höre da “lögg…”Akademist 3:
Oder “lögl”? “lökl”?Akademist 1:
Mag auch sein… lögl? Lögl? Ah, je comprend… vive la France! (geht zum Buecherschrank, blickt angewidert hinein, zieht ein Lexikon heraus) ...lögl… legl… (blättert) Le Clezio! Schon mal gehört?Akademist 3:
Nö.Akademist 2:
(rülpst)Akademist 1:
Dann passt das ja. Solln wir abstimmen?Akademist 3:
(Blickt in die Runde) Ach Quatsch, die annern pennen doch alle schon.Akademist 1:
Då så... also Lecles… is ja auch egal.Akademist 2:
(schnarcht)Akademist 3:
Ich erzähls dann morgen den Pressefuzzis. Skål.Akademist 1:
Skål.
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