Bessere Zinsen

Etwas, das in Schweden besser zu funktionieren scheint als in Deutschland ist, dass die Banken hier die Zinssenkung der Zentralbank an die Kunden weitergeben. Man bekommt zum Beispiel Kredite für Wohnungen zur Zeit für etwa 3,2% Zinsen und schon geht es wieder aufwärts auf dem Wohnungsmarkt. Die schwedische Zentralbank tagt nächste Woche wieder und man erwartet eine weitere Zinssenkung.

Nachtrag 090211: Die Erwartung war richtig: Heute senkt die schwedische Zentralbank den Leitzins von bisher zwei auf ein Prozent. Offizielle Begründung ist, dass die Inflation weit unter dem Ziel von zwei Prozent liegt, man erwartet sogar eine Deflation für das laufende Jahr.

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  1. Die Frage ist, was das mit der Krone macht, wenn man den Markt mit Geld zuschüttet. Wahrscheinlich wird es letztendlich auf die Inflation durchschlagen.

  2. Wenn man der “allgemeinen Weisheit” gerade glaubt, ist Inflation die geringste Sorge. :)

  3. Bessere Zinsen? Das Gegenteil ist der Fall: Der Sparer bekommt schlechtere
    Zinsen. Wurden noch im Oktober von den Banken bis zu 5,6 % Zinsen auf
    Tagesgeld gegeben, so kommt der Sparer heute nur noch auf knapp über 2 %. Wohl dem, der noch vor der letzten Zinssenkung der Reichsbank noch seinen Sparstrumpf für einen längeren Zeitraum angelegt hat.

    Hatten in früheren Jahren die Banken ihre Gelder zu Zinssätzen mit 0,8 % über dem Reichsbanksatz ausgeliehen, so beträgt die Marge heute mehr als das doppelte, manchmal sogar um die zwei Prozent. Die Banken haben also kräftig draufgeschlagen, um mehr zu verdienen.

    In beiden Fällen ist der Angeschmierte der Kunde.

  4. northlander: Na ja, dass die Zinsen für Sparer auch sinken ist ja verständlich und gewollt. Der Witz von Penningpolitik ist ja gerade, dass man in “guten Zeiten” die Investitionen und die Nachfrage drosselt, indem man die Zinsen erhöht und damit sowohl das Sparen ermuntert und das Kredit aufnehmen drosselt. Und im Abschwung eben umgekehrt, also das Sparen weniger attraktiv macht, damit mehr ausgegeben wird, und gleichzeitig die Kredite für Investitionen billig macht. Was der Spiegel-Artikel beklagt ist, dass jetzt nur die Spar- und nicht die Kreditzinsen gefallen sind. In Schweden sind sie das beide, wie beabsichtigt.

  5. Ich muss Dir etwas widersprechen. Zwar wurden nicht nur die Sparzinsen sondern auch die Darlehenszinsen gesenkt. Aber die Zinssenkung der Reichsbank wurde bei den Sparzinsen komplett an die Kunden durchgereicht, bei den Darlehenszinsen jedoch nur in reduziertem Maße. Gerechtfertigt wird das mit dem größeren Risiko, aber mein Verdacht ist doch, dass man die Chance für eine zusätzliche Gewinnmarge nutzen wollte. Denn den schwedischen Banken geht es in dieser ganzen Finanzkrise ja noch vergleichsweise gut; sie haben nicht ganz so schlimm auf dem internationalen Markt mitgezockt.

  6. Hier die Zinsentwicklung für Kredite von SEB zum Wohnungs/Hauskauf, also die Zinsen, die wirklich beim Kunden ankommen:

    Die rote Kurve ist die mit der kürzesten Bindung der Zinsen, folgt also am ehesten dem Markt. Ich würde den dramatischen Fall seit etwa Oktober und den senkrechten Verlauf Mitte Dezember (als die Zentralbank senkte) schon so interpretieren, dass die Senkung an die Kunden weitergereicht wurde.

  7. Die heutige Zinssenkung der Zentralbank von 1 % hat dazu geführt, daß die Banken ihre Bolånzinsen um 0,65 % gesenkt haben. Wer ist wohl der Gewinner?

  8. Die Banken haben auch nach der letzten Senkung immer wieder noch gesenkt. Außerdem war der höchste Leitzins unter 2008 bei 4.75%, jetzt ist er 1%, also 3.75% Unterschied. Laut dem Graph oben war der 3-Monats-Zins der SEB leztens Jahr weit über 6%, heute 2.54%. Ich sehe da die gleichen 3.75% Unterschied. Und wenn Banken von der Reichsbank leihen wollen gilt ja auch nicht der bloße Leitzins, sondern 0.75% mehr.

    Ganz abgesehen davon ist es natürlich Recht und Aufgabe von Banken, mit dem Geldverleih Gewinn zu machen.

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