"Europas Umwelthauptstadt 2010"

So darf sich Stockholm jetzt nennen. Der Titel ist nicht wie der oft belächelte und die Nachbarländer verärgernde Slogan Capital of Scandinavia selbst ausgedacht, sondern wurde gestern von der EU-Kommission verliehen. Im Jahr darauf trägt Hamburg dieselbe Auszeichnung.

Aus der Pressemitteilung:

Besonders beeindruckt war das Auswahlkomittee von dem umfangreichen Programm Stockholms zur Verbesserung der Lebensqualität durch Wasseraufbereitung, Lärmreduzierung, integrierte Abfallwirtschaft, verkehrsabhängige Straßennutzungsgebühren und die Schaffung neuer Erholungsgebiete wie Badestrände.

Wohlgemerkt geht es hier um eine langfristige Entwicklung über die letzten Jahrzehnte, auch wenn die momentane Verwaltung die Lorbeeren einstreichen darf.

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  1. Grattis Stockholm ;) Ich finde es ja Grunsätzlich schön, dass meine Heimatstadt Stockholm sich jetzt bald Europas Umwelthaupstadt 2010 nennen darf, doch da müssten die noch viel machen, bis sie das Wort Umwelt überhaupt in den Mund nehmen dürfen ;) Sicherlich hat sich die Wasserqualität in den letzten Jahren verbessert, doch in Sache Mülltrennung bleibt Schweden ein Entwicklungsland. Auch was der mehrfache Verbrauch von Strom angeht und das eigenartige Befürworten von neuen Atomkraftwerken ist nicht gerade Vorbildhaft. Ein Land, wie Schweden, dass soviele Möglichkeiten hätte auf wirklich erneuerbare Energien zu setzten, sollte endlich damit anfangen!

    Auch bei all meiner Kritik, so bleibt für mich Stockholm meine wunderbare Heimatstadt u. wie immer wird im Sommer uns diese Stadt entgegen Lächeln, ich hoffe ab 2010 auch den vielen umweltverrückten Gästen, die unsere Stadt besuchen kommen ;)

  2. Interessant, dass du Mülltrennung ansprichst. In unserem Viertel wird tatsächlich weniger getrennt als es in Uppsala der Fall war. Plastik, TetraPaks und Essensreste sind alles “Hausmüll” – dafür gab es je eigene Behälter in unsrer alten Siedlung.

    Andererseits bin ich nicht sicher, ob das alleinige Trennen von Müll durch Verbraucher das beste Kriterium ist. Erstens können Maschinen das heute schon besser als Menschen und zweitens kommt es immer darauf an, was mit dem Abfall wirklich passiert. Es wurde zwar keine Details genannt, was denn mit der “integrierten Abfallwirtschaft” oben gemeint ist, aber das lässt sich sicher herausfinden.

  3. “Erstens können Maschinen das heute schon besser als Menschen und zweitens kommt es immer darauf an, was mit dem Abfall wirklich passiert.”

    Sehr richtig – Mülltrennung ist eigentlich Quatsch. Da spülen Millionen Menschen Joghurtbecher ab, die dann nachher nicht wiederverwertet werden. In Deutschland wird alles, wo kein grüner Punkt drauf ist, erst gar nicht verwertet – die Pflichtverwertungsquote liegt auch nur bei 40%. Aber das abzuschaffen ist unheimlich schwer. Die Politik in Deutschland begründete das u.a. damit, dass man ja den pädagogischen Effekt verliere, wenn man den Leuten sagen würde, sie könnten jetzt alles wieder in eine Tonne werfen.

    Die integrierte Abfallwirtschaft spielt wohl auf Hammarby Sjöstad an. Da gibt es in den Häusern Röhren, die den Abfall in eine unterirdische Verwertungsanlage bringen. Dort wird aus dem Zeug dann Biogas gewonnen, so dass die Energiebilanz besser wird.

  4. Da ich momentan in der Schweiz studiere, sehe ich die Sache mit der Mülltrennung anderst,denn hier wird fast alles gesammelt u.wiederverwerdet.Neuerdings auch Grünzeugs, da gibt’s so extra Alubehälter, wo man seine Grünabfälle hinbringen kann und die werden dann zu Biogas. Nur die Sache mit den ständigen selbst zubezahlenden Müllmarken,die man dann auf seinen Müllsack klebt finde ich etwas mühsam u.hat hier anscheinend zum Mülltourismus geführt. Natürlich ist die Mülltrennung in einem kleien Staat viel einfacher, als wie eben in meinem Heimatland Schweden od. bei Euch Deutschen ;) Doch solange nicht die Müllverursacher zur Kasse gebeten werden,muss wohl der Bürger den Müll sammeln und etwas eben zur Umweltbilanz beitragen ;) Ich warte schon lange, dass in der Verpackungsindustrie endlich mal was passiert u.man gewisse Produkte nicht unnötig ein x-faches mal einpackt!

    Wegen Biosgas Fabian, da hätte wohl besser Göteborg den Umwelthauptstadttitel 2010 verdient, die machen da schon länger was.

    Hammarby Sjöstad ist sicherlich ein guter Anfang, doch hätte man die Häuser auch etwas ökologischer Bauen können, dann hätten die jetzt weniger “mögel” Probleme dort;-)

    Doch auch in Sache Energieeffizients beim Bauen, könnte Schweden in der Schweiz u.in Österreich was lernen, da kennt man das Bauen im Minenerige Standard, mal schauen wie lange es geht bis mein Heimatland davon was mitbekommt;-)

  5. Ich habe ja nicht bezweifelt, dass man Müll sammeln soll – das wäre ja fatal, wenn man es nicht täte.
    Jedoch könnte man sich heute die ganze Trennerei sparen, wenn man es maschinell machen würde.

  6. @Fabian, sorry, da habe ich dich oben etwas falsch verstanden, dass wäre mir auf schwedisch nicht passiert;-)

    Ja, diese Trennerie könnte man wirklich anderst lösen, da wäre so eine zentrale Sammelstelle direkt in jeder Wohnung sicherlich keine schlechte Lösung und das mit den Gerüchen u. Flüssigkeitn könnte man da sicherlich auch noch lösen;-)

    Hej då Fabian

  7. Leider habe ich keinen passenden Artikel als Anknüpfung gefunden als das Stichwort Stockholm. Dennoch lesenswert dieser link:

    http://info.kopp-verlag.de/news/die-wahrheit-ueber-die-schweren-brandanschlaege-in-schweden-warum-nicht-nur-die-stadt-soedertael.html

    Liebe Grüße
    Johann

  8. Hallo, Ihr habt wirklich viele tolle Ideen, Meinungen und Anmerkungen hier bereits preisgegeben! Wie ja bereits schon erwähnt wurde, ist Hamburg 2011 europäische Umwelthauptstadt und natürlich steht Hamburg dann vor der gleichen Herausforderung wie Stockholm in diesem Jahr, nämlich sich Konzepte überlegen zu müssen, wie man den Umweltschutz nachhaltig stärken kann. Ich denke, eine große Rolle spielt auf jeden Fall das Thema Mülltrennung, aber auch die Bedingungen der Kinder und Jugendlichen in der Hansestadt müssen verbessert werden, sprich umweltfreundlicher werden. Die Förderung der Landespflege und des Naturschutzes spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.
    Zusammen mit zwei Freunden habe ich das Internetportal http://www.Umwelthauptstadt.de entwickelt. Wir möchten neben der Internetpräsenz der Stadt Hamburg, den Bürgern und Unternehmen eine Möglichkeit bieten, sich zum Thema Umwelthauptstadt zu äußern, zu bekennen, miteinander in Kontakt zu treten und vor allem, die Unternehmen in die Pflicht nehmen, dass sie zeigen, was sie zum Umwelthauptstadt-Jahr 2011 beitragen.
    Es wäre toll, wenn auch Ihr Eure Meinungen bei uns im Portal postet oder uns auf Twitter folgt. Sicherlich kann Hamburg bereits von den gemachten Erfahrungen in Stockholm profitieren, Meinungen und Kritik der Stockholmer sind deshalb bei uns ebenso willkommen, wie die Meinungen der Hamburger und anderer Europäer!

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