Oh je

15 der 16 ersten Seiten, die Hälfte der gesamten heutigen Ausgabe von Dagens Nyheter, Schwedens größter seriöser Tageszeitung, widmete sich der Verlobung der schwedischen Thronprinzessin. Unglaublich.

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  1. Weißt du, ich habe gedacht, ich bin mit einem sehr fortschrittlichen Schweden zusammen. Er ist Grüner und hat viel bewegt, als die Grünen noch grün hinter den Ohren waren. Aber als er mich gestern anrief, da ging es in mehr als der Hälfte unseres einstündigen Gespräches um diese blöde Verlobung. Ja, und da habe ich auch irgendwie begriffen, dass es sehr tief in den Schweden drinsteckt…

    Wie fühlt es sich denn an, für einen König und seine Familie Steuern zu zahlen??? Ich bin ja auch bald dabei – und finde den Gedanke irgendwie sowas von feudalistisch. Muss ich mich noch dran gewöhnen…

  2. Das mit dem bezahlen halte ich nicht für das größte Problem. Die Schlösser müssten auch ohne König instand gehalten werden, die Königsfamilie ist im Gegensatz zur englischen nicht unglaublich reich und ein anderes repräsentatives Staatsoberhaupt (wie der deutsche Präsident) ist auch nicht kostenlos.

    Ich finde die prinzipiellen Argumente gewichtiger, z.B. dass es schlicht undemokratisch und anachronistisch ist, ein Staatsoberhaupt durch Erbfolge zu bestimmen.

    Hier wird auch gerne ein anderer Blickwinkel beleuchtet: Laut Grundgesetz muss nämlich der König und die Regierung (!) ihr Einverständnis zu einer solchen Hochzeit geben und das schränkt die Rechte des Thronfolgers in einer Weise ein, die einer modernen Demokratie eigentlich nicht angemessen ist.

  3. Die Metro hat nur 6 Seiten oder so frei gemacht :)
    Man muss schon sehen, was das psychologisch bedeutet. So eine Hochzeit findet nur alle paar Jahrzehnte statt. Das rechtfertigt das Interesse schon.

    Die prinzipiellen Argumente sind absolut richtig.

    Es spielt das Emotionale aber massiv mit hinein. Kennt jemanden den Präsident von Italien? Oder die irische Präsidentin? Den von Portugal vielleicht? Der von Österreich heißt übrigens Heinz Fischer. In einem System, in dem das Staatsoberhaupt praktisch rein präsentativ ist, hat ein gewähltes Staatsoberhaupt es sehr schwer, die Menschen für sich zu gewinnen.

    Ich glaube, Schweden wird vielleicht irgendwann von selbst Republik. Das Thronfolgesystem ist so strikt, dass die ganze Sache schon beendet wäre, wenn ein Monarch mal kinderlos bliebe. Vielleicht lassen sie dann ja einen König wählen, was eine lustige Sache wäre, denn wer traut sich schon zu, als König zu kandidieren :)

  4. Das durchgestrichene sollte eigentlich nicht sein – keine Ahnung, woher das kommt.

  5. (Das kam daher, dass -text- als Durchstreichung interpretiert wird und das System manchmal die Smilies fehlinterpretiert. Habs ausgebessert.)

  6. Keri:
    Man zahlt die Steuern nicht an den König – Schweden ist meines Wissens konstitutionelle Monarchie…. Aber wenns Spaß macht, kannst Du die einzelnen Verwaltungsbezirke als Vasallen betrachten, die wiederum ihrem Lehnsherrn (Regierung) die Steuern abtreten…. aber an den König ging das schon im Mittelalter nicht direkt…

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    Ich glaube, die Aufregung flaut bald wieder ab (um zur Hochzeit selbst wieder hochzukommen)- beneiden tu ich das Königshaus in keinster Weise…. so im Rampenlicht stehen ist sicher nicht das schönste….

    Das Königshaus ist – im Vergleich zum Bundespräsidenten – wesentlich einflussreicher in der Meinungsbildung… Schon allein dadurch, dass sich jeder mindestens für Klatsch und Tratsch interessiert… Und Wahlkönigtum kennt Europa auch zur Genüge…. Genug Adelige würden sich ja eventuell begeistern können – wen deklariert man dann zum Kurfürsten ?

  7. Richtig nachgerechnet handelt es sich nur um 14 Seiten. Das relativiert die Bedeutung des Königshauses.

  8. na dann ist es ja ok :)

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