Irre viele Eier

Radio Schweden schreibt:

Am Osterwochenende [...] verzehren die gut neun Millionen Einwohner Schwedens voraussichtlich sechs Millionen Eier pro Stunde. Damit verdoppelt sich der Eierkonsum an diesem Wochenende im Vergleich zu einem ganz normalen Tag.

Das ist natürlich hanebüchener Unsinn. Bei zweidrittel Ei pro Stunde das ganze Osterwochenende lang, müsste jeder Schwede im Schnitt 50 Eier in diesen drei Tagen essen. Und wenn das lediglich eine Verdoppelung der sonstigen Zahlen wäre, würden Schweden das ganze Jahr über 16 Eier pro Tag essen. Tun sie nicht, glaubt mir.

Die Verwirrung kommt daher, dass Radio Schweden ungenau aus einem von vornherein fragwürdigen Artikel in DN abschreibt. Dort kommt man auf die sechs Millionen Eier pro Stunde, indem man nur die heutigen Abendstunden betrachtet, also die Essenszeit. “Im Schnitt isst jeder zwei Eier am Ostersamstag”, sollte es ehrlicherweise lauten. Das ist aber keine Nachricht, deshalb der Trick mit den Stunden. Immerhin schrieb man in DN noch, dass die hohe Zahl nur für wenige Stunden gilt; bei Radio Schweden fiel dieses Detail weg. Ob es jedoch besser ist, Leute ganz offen für dumm zu verkaufen, oder ihnen gleich Falschmeldungen zu liefern, sei dahingestellt.

Frohe Ostern!

Schlagworte: , , ,

  1. ... und mal ganz zu schweigen von der Methan Problematik in Zusammenhang mit der Tier Massenzucht Haltung. http://www.peta.de/web/klimaschutz.1163.html
    Wenn die Angaben also stimmen würden, wäre Schweden Bester in utsläpp..
    :-)
    L.G.
    johann

  2. Haha, erst heute gab es hier die Nachricht, dass Eier eine klimafreundliche Proteinquelle sind. Im Vergleich zum Fleisch, stimmt das ja auch laut der Tabelle auf der PETA-Seite.

  3. Das müsste man sich mal vorstellen, 16 Eier an einem Tag…
    Cholesterinsenker hätten Hochkonjunktur. Außerdem würde man ja den ganzen lieben langen ja kaum noch was anderes essen können. Widerlich!
    Naja, vielleicht sollten die von SR dann doch beim Eiersuchen bleiben und nicht igrendwelche fremde Artikel beschneiden.

    In diesem Sinne.
    Frohe Ostern.

  4. "Im Schnitt isst jeder zwei Eier am Ostersamstag”

    Selbst das ist noch gewagt – soweit ich gesehen habe, stützt sich der Artikel auf die Statistisken des schwedischen Handels. Die kann bestenfalls ausweisen, wann wieviel Eier verkauft wurden, aber unmöglich, ob und wann diese Eier denn verzehrt werden.

    Um es mit dem Philosophen Oliver Kahn zu sagen: “Eier, wir brauchen Eier!”

  5. Da man ein Ei in geschätzt 10s essen kann, hat 1 Schwede eine theoretische Bandbreite von 360 Stundeneiern. 9 Millionen Schweden kommen damit auf einen rechnerischen Maximaldurchsatz von knapp 3 Milliarden Eiern pro Stunde, die in der Realität also hoffnungslos unterboten werden. Bein ungünstigen Darreichungsformen, z.B. geschnitten auf Brot, braucht man länger für den Verzehr, folglich sinkt die Geschwindigkeit. Die tatsächliche Menge pro Kopf spielt bei dieser Betrachtung keine Rolle.

    Ich persönlich würde eine Menge Eier in Gebäck versteckt verbrauchen, dann ist noch weniger gesagt, dass man es a) abends isst und b) an ei-nem Tag.

    Fabian: relativ sicher kann man sein, wenn dieselben Personen das nächste Mal Eier kaufen, dann haben sie offenbar wieder Eierbedarf, den sie beim letzten Einkauf nicht gesehen haben. D.h. entweder sie hatten zu wenige gekauft oder sie haben sie mittlerweile verbraucht. Wie auch immer, allerdings.

Kommentieren

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Mögliche Formatierungen im Kommentar anstatt HTML: "Linktext":http://url/, _kursiv_, *fett*, mehr.