Weg von der Flasche

Den Umweltsünder Flaschenwasser hatten wir schon einmal. Dass in Schweden wirklich viel mehr Leitungswasser getrunken wird als in Deutschland, belegt diese Grafik sehr schön: die beiden Länder finden sich am jeweils anderen Ende der Skala.

Ich kann aus der eigenen alten Heimat im Spessart berichten, dass man trotz ausgezeichnetem Leitungswasser fast ausschließlich aus der gekauften Flasche trank, obwohl im Nachbarort das gleiche Wasser abgefüllt und verkauft wurde. Absurd.

Trinkt mehr Leitungswasser!

(Oh je: Ich lese gerade, dass Sodenthaler Wasser jetzt auch zu Coca Cola gehört.)

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  1. http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-42413-3.html

    dass schweden allerdings doch auch mal hinter deutschland abschlägt in sachen umwelt, was auch noch durch ein und dieselbe studie belegt wird, wird wieder ignoriert…

  2. Ich fand die Wassergeschichte einfach interessanter. Meine Auswahl an Themen kann nichts anderes als subjektiv sein, ich glaube aber nicht, dass ich zu denen gehöre, die Schweden als das gelobte Land sehen. :)

  3. Naja, dass im Mittel in einem Land wie Schweden mit einer Bevölkerungsdichte von 20,6 Einwohnern/km² wesewntlich weniger Leute Rad fahren als in Deutschland mit einer Dichte von 230 Einwohnern/km² dürfte verständlich sein. Die Entfernungen zwischen den einzelnen Orten sind einfach größer. Andererseits ist z.B. Linköping als Studentenstadt ähnlich fahrradlastig wie Münster.

  4. Die Unsitte Wasserkästen oder noch schlimmer PET-Wasserflaschen (Östrogen-Substanzen) zu kaufen, hab ich noch nie so richtig verstanden. Ich glaub mein letzter Wasserkastenkauf liegt gut 15 Jahre zurück.

    Aber ich glaub bei mir war auch der Besuch bei den Berliner Wasserbetrieben nicht ganz unschuldig. Da wurde einen eindrucksvoll gezeigt, was die Firma täglich fürs Berliner Wasser alles unternimmt.

    Und dann gibts ja da noch mein Soda-Stream. Hach was würd ich nur ohne den machen ;)

  5. Wie bitte Tom, es ist nicht das gelobte Land … och mennö, mußt du immer alle Illusionen zerstäuben?! schmoll

    Aber zum Thema:

    Wußtet ihr, das Leitungswasser fachsprachlich sogar “Trinkwasser” heißt?! ;)

    Flaschenwasser unterteilt sich in zwei große Gruppen, 1.) die sog. Mineralwasser/Heilwasser und 2.) die Tafelwasser.

    In D und wohl wahrscheinlich auch in der gesamten EU gibt’s für alle drei Arten von Wasser Verordnungen hinsichtlich der Qualität. Und nun raten wir mal, wo die strengsten Vorschriften drauf sind :D Klar, wissen wir alle, auf dem Trinkwasser. Ist dem wirklich so?
    Naja, kommt drauf an, wo man es sich betrachtet.

    Sicherlich es gibt nirgends in D und wohl so auch in S Gebiete, wo Trinkwasser ungenießbar ist – Geschmack läßt sich natürlich streiten und auch fürs Kaffekochen würde ein Bayer in Hamburg seine Nöte haben. Aber ungesund ist es nirgends, wenn man den Hahn aufdreht.
    Wohl aber kann e das sein, beim öffnen der Flasche, von Tetrapacks (Papkartons) will ich hier gar nicht erst reden.

    Bei Mineralwassern, zum Glück wurde diese Bezeichnung inzwischen schärfer abgegrenzt, handelt es sich dem Gesetz nach zwangsweise um nahezu unverändert abgefülltes Wasser natürlicher Mineralquellen. Man darf enteisen und man darf mit CO2 (Kohlensäure) begasen, mehr glaube ich ist nicht erlaubt. Früher war ein Mineralwasser als ein Wasser definiert, das mindestens 1000 mg/kg Lösungsinhaltstoffe enthält. Das ist heute nicht mehr zwingend so und auch die Grenzwerte für die mikrobielle Belastung des Mineralwassers sind schärfer als die des Trinkwassers, so dass es also theoretisch auch Mineralwasser gibt, die man auch zur Herstellung von Babynahrung bsw. verwenden könnte (Wenn die Mineralstoffkonzentration nicht zu hoch ist, was aber eigentlich nur bei den sog. Heilwassern der Fall ist und die spucken Babys meist wieder aus. ^^ ).
    Aber!
    Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn bei Mineralwassern muß das Quellenwasser am Ursprungsort(!) diese schärferen Normen erfüllen und nicht das Wasser in der Flasche am Ort des Endverbrauchers.
    Beim Trinkwasser (Leitungswasser) muß jede einzelne Entnahmestelle beim Entverbraucher, die Qualitätsnorm erfüllen.
    Und dazwischen liegen Welten; man weiß nie, was in einem abgefüllten Wasser, das einige Wochen in Lagerhallen, LKWs und Geschäften rumstand, so alles passiert, wenn bsw. nur mal die Flasche nicht absolut sauber war oder der Verschluß nicht 100% dicht etc.
    Von daher ist in D dem Trinkwasser im Zweifelsfall doch lieber immer der Vorrang zu geben.
    Darüber hinaus weisen Mineralwasser auf Grund ihrer Vorkommen meist eine erhöhte Belastung an Radioisotopen auf, vor allem Radon und Radium. Bei normalem Gebrauch zwar nicht weiter tragisch, aber naja, bei der ausschließlichen Bereitung von Babys Breichen mit solchen Wasser würd’ ich vielleicht doch lieber abraten, zumal leider die Etiketten darüber keinen Aufschluß geben.

    Am gravierendsten sieht es aber beim sog. Tafelwasser aus. Also all dem in Flaschen abgefüllten Wasser, dessen Etikett nicht die geschützte Aufschrift “Mineralwasser” trägt.
    Das Tafelwasser, also der überwiegende Teil der in Flaschen abgefüllten Wasser (hierbei auch namhafte Marken wie Bonaqua) darf sogar nahezu reines Trinkwasser (also Leitungsheimer) sein. Meist in PET Flaschen abgefüllt kann man davon ausgehen, dass es zu chemischen Reaktionen und physikalischen Lösungsprozessen mit der Verpackung kommen kann. Das Wasser ist eigentlich durchweg von miserabler Qualität und meist chemisch und physikalisch aufbereitetes, also nicht mehr natürliches Wasser, weil es sonst schlicht Mineralwasser heißen würde, und ich würde es eigentlich nur zum Blumengießen empfehlen.

    Und am schlimmsten sieht die Lage aus, wenn man diese Wasserspender untersucht, in denen diese großen 5 – 10 Liter PET-Flaschen oben drauf kopfüber angebracht sind, sieht man inzwischen immer häufiger in Artzpraxen und Kaufhäusern stehen … wo man sich mittels eines Bechers selbst Wasser nehmen kann. Kennt bestimmt jeder diese Automaten, es blubbert oben immer so hübsch.
    Diese Behälter oben sind Mehrwegbehälter, ausgetauscht werden sie entweder grundsätzlich erst, wenn sie leer sind. Und das kann an einem Ort wo sie wenig gebraucht werden laaange dauern. Was sich dann dort in dieser als offen zu betrachtenden ungekühlten Flasche alles so beginnt zu tummeln, kann sich jeder der Bio aufgepasst hat sicher denken. FINGER WEG – dann laßt Eure Kinder lieber aus Pfützen trinken oder sucht ein WC mit Wasserhahn und füllt Euch den Becher des Automaten dort mit dem guten alten Leitungsheimer Trinkwasser.

    Aber das schmeckt man eigentlich auch; und von daher sollte mensch hier, glaube ich, einfach wirklich mal seinen sensorischen Instinken folgen.
    Denn das Gefühl für gutes, trinkbares Wasser ist uns wohl ein gut weit von Mutter Natur mitgegeben worden. Was zwar nicht heißt, das jedes gut schmeckende Wasser auch wirklich gesund sein muß, aber eines, das uns nicht schmeckt, sollte man wohl doch lieber wieder mit gesundem Misstrauen beiseite stellen.

    So und nun bleibt nur noch die Frage zu klären, bekommt man eigentlich auch in Schweden Leitungswasser im Restaurant kostenlos? :D

    Ach übrigens noch zum Abschluß meines Vortrages:

    Eine der teuersten Mineralwasserflaschen der Welt und, wie ich finde, auch eine, wenn nicht sogar die Schönste, unter allen Wassern. Das bekannte Evian-Mineralwasser als Eiskönigin verpackt – Christian Lacroix’ “Hommage an die Frauen”.

    LG Fedelm

  6. ups es hat den Link gefressen also hier … die Eiskönigin unter den Wassern:

    http://www.oe24.at/zeitung/multimedia/archive/00107/290_107281a.jpg

  7. Ja, Leitungswasser ist überall kostenlos, meines Wissens sogar per Gesetz überall da, wo auch Alkohol ausgeschenkt wird. Man bekommt es meist ohne Nachfragen und kaum jemand bestellt ein anderes Wasser.

  8. Ich weiss nicht, warum ich schwedisches Leitungswasser trinken sollte.
    In meiner Ubernachtungshütte kommt das Wasser stark chloriert aus der Leitung und ist grün eingefärbt.

  9. northlander: Das ist dann wohl einer der wenigen Fälle, wo man doch kaufen muss. :)

  10. Naja, Chlor ist nicht gleich Chlor, wenn es um Wasserdesinfektion geht.

    Wenn es sich bei dem Desinfektionsmitteln um Chlorgas oder Chlorbleichlauge (Hypochlorit) handelt, so geht von Ihm wirklich ein Risiko aus. Die genannten Stoffe bilden in Verbindung mit Huminstoffen, die im Trinkwasser immer vorkommen, so genannte Chlorphenole und Trihalogenmetane, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein.

    Handelt es sich aber um Chlordioxid (ClO2), so ist die Sache absolut unbedenklich und eher noch zu befürworten, da dieses sogar die virale Belastung des Wassers senkt.

    Da du aber schreibst, es riecht nach Chlor … so steht eher zu vermuten, daß es sich nicht um ClO2 handelt, denn dies ist im Wasser geruchsneutral.

    Trotzdem gelten für die Chlorung von Trinkwasser nahezu weltweit die gleichen Richtlinien, die sich schlicht an der Effektivität bei möglichst geringem Chlorverbrauch messen (was letztlich eine Kostenfrage für die Betriebe der Wasserversorgung ist) und diese Grenze liegt bei 0,2-0,3 mg/L am entferntesten Punkt des Verbrauchsnetzes. Alles darüber hinaus würde keine bessere Wirkung erzielen und nur mehr kosten.
    Probleme haben jezt natürlich evtl. die Entnahmestellen, die unweit der Chlorungsanlage sich befinden, da kann schon ein deutlich höherer Gehalt auftreten, denn auf dem Weg vom Wasserwerk zum Endverbraucher kommt es zu einer natürlichen Entchlorung des Wassers und wenn man am weitesten Ende des Leitungsnetzes obigen Wert erreichen will, so muß man am Anfang eben mehr reingeben.

    Aber diesen natürlichen Entchlorungsprozess kann man durchaus auch für sich selbst nutzen, Wasser einfach in Behälter abfüllen und einen Tag stehen lassen, dann sollte es sich geruch- und geschmacklich deutlich verbessert haben.

    Aber aus gesundheitlichem Aspekt betrachtet, ist selbst ein höherer Chlorgehalt, als der oben zitierte, für uns kein Problem.
    Denn im Gegensatz zu Microben haben höhere Lebewesen (Vertebraten) eine erstaunliche Chlorresitenz und daher ist auch wenn du ein Leben lang chloriertes Wasser trinken würdest, mit einer Chlorvergiftung nicht wirklich zu rechnen.

    Trotzdem muß man es sich natürlich nicht antun, wenn man Alternativen hat, da gebe ich Dir recht.

    LG Fedelm

  11. Also bei uns hier im Ort (D) ist das Wasser aus meiner Leitung stark kalkhaltig und hat Schwebstoffe (Rückstände aus den alten Leitungen meines Hauses: 100 Jahre alt). Davon wird man wahrlich nicht sterben, ich koche ja auch damit aber erfrischend ist echt was anderes… bäh

  12. das glaub ich dir gern …
    Aber wenn die Leitungen so alt sind, dann hoffe ich mal für dich, dass da keine Bleirohre mehr bei sind.

    Das wurde vor 100 Jahren noch weit verbreitet eingesetzt und ist sehr gesundheitsschädlich!

    Wenn das noch der Fall sein sollte, kann ich nur raten dringend austauschen lassen!!! Denn Bleivergiftungen sind tückisch und langfristig immer tödlich. Und gerade in alten Häusern, wo das Wasser ja eine Zeitlang im Rohr steht, bis mal wieder jemand irgendwo im haus den Hahn aufdreht, hat das Blei dann genug Zeit ins Wasser überzugehen.

    Kurzfristig könnte man in solch einem Fall nur das Wasser eine gute Weile laufen lassen, dass sollte das Schwebstoffproblem und auch eine evtl. Bleibelastung senken. Aber ich kann bei so alten Rohrsystemen nur dringend raten, das mal von einem Klempner überprüfen zu lassen.

    LG Fedelm

  13. Zum Wasser laufen lassen, kann ich noch sagen, dass Schweden das sehr häufig tun. Man ist weniger aufs Wasser sparen getrimmt und lässt gern den Hahn so 3-10 Sekunden laufen, bevor man sein Glas darunter hält. In den allermeisten Fällen ist es natürlich unnötig.

  14. Bei mir zu Hause (in D) hat das Leitungswasser einen etwas säurigen Geschmack. Bei einer Bekannten etwa 30 km weiter, schmeckt es genauso wie Vittel, das ich gerne trinke. In Schweden habe ich zwischen Leitungswasser und Vittel quasi keinen Unterschied bemerkt und irgendwann umgestiegen, was auch billiger war. Aber auch umgestiegen, weil ich mein Wasser schlicht nicht mehr kaufen konnt oder zu einem sehr hochen Preis.

  15. @ Fedelm:
    Gut zu wissen! Ich werde das beim Vermieter mal nachfragen.
    Ich weiß das dort die Leitungen mal neu gemacht wurden, aber sicher ist sicher.

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