Wie schon im Herbst erwähnt, ist die Diskussion um den Euro wieder aktuell in Schweden. Man liest regelmäßig in den Zeitungen davon und erst heute morgen wurde eine Statistik veröffentlicht, die zum ersten Mal mehr Euro-Befürworter als -Ablehner zum Ergebnis hatte. Zur positiveren Einstellung habe vor allem der Eindruck beigetragen, dass sich der Euro in der Wirtschaftskrise bewährt hat, während die Krone stark an Wert verlor.
Überraschend fand ich, dass es gerade die Unter-30-Jährigen sind, die den Euro ablehnen. (Andererseits: Ich gehöre ja schon über ein Jahr nicht mehr zu dieser Gruppe.) Zudem ist die Mehrheit der Frauen gegen den Euro.
Zwei der Regierungsparteien wollen eine baldige neue Volksabstimmung zur Einführung des Euro. Premierminister Reinfeldt hält die Frage jedoch nicht für aktuell, solange die Ja-Seite (zu der er und seine Partei auch gehören) untereinander zersplittert ist. Es wird also wohl noch eine Weile dauern bis Schweden zur EMU gehört.
Und weil wir gerade bei Europa sind: In weniger als zwei Wochen ist Wahl. Wer seinen Standpunkt zu einigen Fragen mit denen der Parteien vergleichen will, kann das auf euprofiler.eu tun. Interessant ist hierbei, sich sowohl die deutschen als auch die schwedischen Parteien einblenden zu lassen:
Wie man sieht decken die etablierten Parteien in Schweden ein größeres Spektrum auf der vertikalen Achse ab; die deutschen streuen dagegen stärker auf der links-rechts-Skala. Wie sehr das der Wirklichkeit entspricht sei dahingestellt, die Anzahl der Fragen ist schließlich sehr begrenzt.
Schlagworte: Deutschland, Europa, Medien, News, Statistik
Hhm, hätte mich ja mal interessiert wo denn deine Position im Koordinatensystem ist!

Mist, ich muß ne Partei gründen … die sind alle genauso weit von mir weg … naja, in S wäre laut Koordinaten da wohl die PP meine nächstgelegene, aber die gibts hier ja nicht. ^^
Wenn “hier” Deutschland sein sollte, dann gibt es die PP schon:
http://www.bundeswahlleiter.de/de/europawahlen/EU_BUND_09/wahlbewerber/partei_listenplatz/liste_34.htmlInteressant ist die Berufsauflistung – fast alles sehr internetaffine Berufsgruppen

DN hat hier auch so einen Wahlomaten, der (für mich) ein ähnliches Ergebnis ausgibt wie der EU Profiler. (Es hat mich doch einigermaßen verwundert, daß ich in beiden Ländern anscheinend Sozialdemokrat bin, das war mir nämlich bisher nie aufgefallen. Ob das nun an der Fragenauswahl liegt oder an meiner eigenen Ignoranz hinsichtlich meiner Lieblingspartei, weiß ich allerdings nicht.)
Warum nicht Zentrum wählen oder Kristdemokraten?
Ich habe das Problem, daß die Europawahl auch eine Persönlichkeitswahl ist, und eine sehr interessante Kandidatin vom “falschen” Lager drei Häuser weiter wohnt. Da weiss man auch, daß das, wofür sie sich einsetzt und bislang eingesetzt hat nicht gerade mit dem Parteiprogramm übereinstimmt.
Kristdemokraten erscheinen mir irgendwie als ein Anachronismus, denn in ganz Europa ist die Christdemokratie in der Bedeutungslosigkeit verschwunden, wenn man einmal von Deutschland absieht, wo die CDU aber schlichtweg die Rolle der Konservativen eingenommen hat.
Das Zentrum hat da schon ein interesseranteres Profil, aber gerade beim Thema EU, insbesondere der sehr reservierten Haltung gegenüber dem Euro, kann ich mit denen weniger anfangen.

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