Das schwedische Öffentlichkeitsprinzip erlaubt auch kluge Anwendungen, die in anderen Ländern undenkbar wären. Weil ich zum Glück kein eigenes Auto habe, ist mir folgendes erst dieser Tage aufgefallen: Man kann auf der Homepage von Autozubehörhändlern (z.B. Mekonomen) einfach ein KFZ-Kennzeichen eingeben und bekommt dann nur diejenigen Zubehör- oder Ersatzteile angezeigt, die zu diesem Auto passen. Das heißt, die Webseite greift auf das öffentliche KFZ-Register zu und schaut, was für ein Auto (Marke, Modell, Jahrgang) sich hinter dem Kennzeichen verbirgt und wendet diese Information aufs Sortiment an. Super, nicht?
Eine andere Anwendung ist, eine SMS mit einem Kennzeichen ans Register zu schicken, und den Halter in der Antwort-SMS mitgeteilt zu bekommen. Das kann in allerlei Situationen praktisch sein – zum Beispiel um zu erfahren, welcher Nachbar auf dem eigenen Parkplatz steht, um ihn dann bitten zu können, wegzufahren.
“Eine andere Anwendung ist, eine SMS mit einem Kennzeichen ans Register zu schicken, und den Halter in der Antwort-SMS mitgeteilt zu bekommen. Das kann in allerlei Situationen praktisch sein – zum Beispiel um zu erfahren, welcher Nachbar auf dem eigenen Parkplatz steht, um ihn dann bitten zu können, wegzufahren.”
Du bist aber nett. Gibt´s da keine Abschleppdienste?
Interessanter Beitrag. Insbesondere das mit der SMS-Abfrage.
Hat man als Kfz-Halter die Option, seinen Eintrag im öffentlichen Register anonymisieren bzw. sperren zu lassen, so dass andere NICHT rausfinden können, dass der schöne -67 Chevy Impala mir gehört und wo ich wohne?Was ist, wenn Abfragen gewerblich genutzt werden und die Leads im großen Stil (ins Ausland) verkauft werden? Wie rette ich mich da vor nett gemeinten”Wollen Sie ihr Auto verkaufen”-Anfragen und bös gemeinten, “Vielleicht komm ich auch anders an diesen Oldtimer ran”-Versuchen?
Das ist dann die schwedische (halb)Inselmentalität, die dank “Globalisierung” immer mehr in Konflikt mit der neuen Welt gerät.
Der Unterschied zwischen Deutschland und Schweden ist in diesem Fall, dass ich in Schweden zwar sogut wie alles über meinen Mitmenschen erfahren kann, aber mich das meistens gar nicht interessiert oder es zumindest nicht aufdringlich in Erfahrung bringe.
In Deutschland will ich möglichst viel erfahen (und auch oft genug aufdringlich), darf ich aber nicht.Wenn ich die schwedische Mentalität nach Deutschland transportiere, werde ich recht schnell als verschlossen/desinteressiert/arrogant/unfreundlich wahrgenommen. Dabei bin ich nur (schwedisch) normal – zurückhaltend. Aber das verstehen die Leute in Deutschland nicht oder wollen es nicht verstehen.
Zitat: “Wenn ich die schwedische Mentalität nach Deutschland transportiere, werde ich recht schnell als verschlossen/desinteressiert/arrogant/unfreundlich wahrgenommen. Dabei bin ich nur (schwedisch) normal – zurückhaltend. Aber das verstehen die Leute in Deutschland nicht oder wollen es nicht verstehen.”
Das finde ich erstaunlich, weil gerade die hier aufgezählten Eigenschaften ständig “den Deutschen” nachgesagt werden

S.T.
Nun ja, Verschlossenheit erweckt den Eindruck vom Rest der aufgezählten Eigenschaften. Oder wie hat es ein in Berlin stationierten schwedischer Journalist auf SR.P4 mal gesagt: “Die Deutschen sind viel freundlicher als die Schweden.” Wenn man nun die erwähnten Eigenschaften auf den Außeneindruck überträgt, dann passt das ziemlich genau.
Wobei die Schweden, wenn sie unter sich sind oder einen kennen, absolut freundlich und zuvorkommend sind. Dennoch nicht vorlaut (zumindest ohne Alkohol), was ich der deutschen Kultur vorwerfe (das geht da auch ohne Alkohol).
Es ist eine komplexe Sache und es hängt auch sicher viel mit den eigenen Erfahrungen zusammen.P.S.: es gibt natürlich auch Schweden, die auch Fremden gegenüber sehr zuvorkommend sind. Dennoch wirken sie bis zur Kontaktaufnahme eben meistens wie oben angesprochen (es sei denn, sie waren schon mal im Ausland, dann wirkt sich das wieder anders aus).
In diesem Sinne, jedem sein Schweden

Lebe seit 7 Monaten in Schweden und weiß immer noch nicht was ich vom schwedischen Öffentlichkeitsprinzip halten soll. Für mich als Deutsche ist es ein wenig verstörend wenn ich in der Zeitung lesen kann was mein Nachbar (mit Vor-, Nachname und voller Adresse) für ein Luxusauto fährt oder für eine schicke Sommarstuga hat. Allerdings habe ich für mich selber noch keine echten Nachteile dadurch feststellen können. Werde mich einfach daran gewöhnen. Es ist ja auch ganz angenehm wenn der nette Typ bei der DVD-Ausleihe mit meiner personnummer in seinem Computer gleich meine kompletten Daten bekommt und sie nicht erst umständlich abfragen muss;)
Dass die Deutschen netter als die Schweden sind kann ich, glücklicherweise, nicht bestätigen.
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