Vor einiger Zeit schrieb ich zum Thema klimatsmart:
Was das Auto angeht, liegt einiges im Argen. Man hat nämlich jahrelang auf den "Biokraftstoff†Ethanol gesetzt und den steuerlich mehrfach begünstigten Begriff "Umweltauto†(Miljöbil) auf seltsame Weise definiert. So kommt es zum Beispiel, dass ein Volvo Diesel mit unter 5 Litern Verbrauch kein Umweltauto ist, während der Benziner mit 75% mehr Verbrauch eines ist – weil man ihn auch mit Ethanol betanken kann. Man kann mit einem solchen "Umweltauto†allerdings unkontrolliert und ausschließlich fossiles Benzin tanken und trotzdem die Prämie beim Einkauf, die niedrigere Steuer und die Befreiungen von der City-Maut in Stockholm und von Parkgebühren einstreichen.
Neben dem moralischen Problem, die Erträge unserer Böden zu verfeuern anstatt zu essen, kamen in den letzten Jahren auch Zweifel daran auf, ob die einfache Rechnung stimmt, dass Biokraftstoffe beinahe CO2-neutral sind, weil sie beim Verbrennen nur das freigeben, was sie beim Wachsen aufgenommen haben. Eine neue Studie zeigt jetzt, dass das schwedische Ethanol-Programm in den letzten zehn Jahren 20 Millionen Tonnen mehr CO2 verursacht hat als wenn man die Autos mit fossilem Benzin betankt hätte. Das kommt vor allem durch die Abholzung von Wäldern, um Flächen für die Energiepflanzen zu gewinnen.
Da es also offenbar nicht nur nichts bringt, sondern sogar schädlich ist, Autos mit “Bio”-Kraftstoffen zu tanken und weil außerdem alle landwirtschaftlich nutzbaren Flächen der Welt nicht reichen, die Autoflotte zu versorgen, sollte man mit diesem Umsinn schnellstens aufhören. Doch es gibt bisher keine politische Initiative in Schweden, die andauernden Subventionen für diese “Umweltautos” abzuschaffen. Stattdessen wächst ihr Anteil weiterhin. Nicht gerade klimatsmart.
Schlagworte: News, Schlechter, Statistik, Umwelt, Wissenschaft
Man sollte dabei aber nicht außer Acht lassen, dass Miljöbilar auch in Ethanolversion erhöhte Ansprüche u.a. an den Kohlendioxidausstoß erfüllen müssen.
Insofern stelle ich mir die Frage, was ohne diese Regelung gewesen wäre. Entweder wären alte Autos länger auf der Straße geblieben wären oder wie in Deutschland vorwiegend Autos gekauft worden, bei denen der Käufer keinen Wert auf Verbrauch und Ausstoß gelegt hätte. Beides schlecht für den CO2-Ausstoß.
Es drängt sich da etwas der Verdacht auf, dass hier die aktuelle Fahrzeugflotte mit einer imaginären Flotte verglichen wurde, die es so oder so niemals gegeben hätte.Dass man das ganze System aber nochmal überdenken sollte, steht außer Frage. Selbst wenn Ethanol der Wundersprit schlechthin wäre, so würde er in der aktuellen Regelung den normalen Sprit nie ablösen können, weil die Wahl von Ethanol nur manchmal preislich attraktiv ist.
Sehe ich genau so. Im Grunde ist es völlig absurd einen Begriff wie Miljöbil überhaupt einzuführen, weil er suggeriert, es könnte ein umweltfreundliches Auto geben. Man sollte vor allem weniger Auto fahren, das wäre ein großer Schritt zur Umweltfreundlichkeit. Oder wenigstens mal überdenken, ob das Auto wirklich so groß/schwer sein muss. Das Wort Biokraftstoff ist wie Biogasanlage irreführend und war somit ein guter Marketingtrick der jeweiligen Lobby. Viele denken ja, dass es sich um ökologische Brennstoffe oder Anlagen handelt.
Eine Fahrt übers Land zeigt ganz deutlich, die Umweltfreundlichkeit von Biogasanlagen. Riesige Anlagen werden mitten in die Landschaft gebaut, daneben riesige Berge von Mais, auf denen Trecker wie Spielzeuge aussehen. Die Bauern bauen nur noch Mais an, weil es mehr Erträge gibt. Deshalb steigen die Preise für Getreide (und somit auch Lebensmittel) rasant in die Höhe. Ähnlich umweltfreundlich wie die Biokraftstoffe…Ich habe den Eindruck, das die sogenannten umweltfreundlichen Aspekte bei diesem Thema den Verbraucher im Endeffekt überhaupt nicht interessieren. Es gilt oftmals zu sparen. E85 zu tanken ist besonders interessant, weil der Liter Kraftstoff wesentlich günstiger ist als Benzin an sich. Die Dieselfahrer, welche Rapsöl fahren wollen auch nur sparen. Und es ist nur verwunderlich, das Fahrzeuge angeboten werden, welche staatlich gefördert werden, weil man mit Sekundärtreibstoffen diese bewegen kann und doch jeder zur Zapfsäule fährt um dort Benzin zu tanken… Doch den Rapsölverbrauchern droht Strafe wegen Steuerhinterziehung – ungerecht, aus meiner Sicht. Ein heiden oshbogosh um die Umwelt, doch irgendwie ein ausgelutschtes Thema…
In einem Punkt muss ich widersprechen, Carl. E85 ist zwar erheblich billiger, aber hat auch eine niedrigere Energiedichte, d.h. der Verbrauch steigt erheblich an, wenn man mit E85 fährt.
Daher ist es nicht immer interessant, E85 zu tanken, denn E85 ist nur dann wirklich billiger, wenn der Benzinpreis besonders hoch ist. Da hat E85 dann einen Vorteil, weil es ja nur zu 15% aus herkömmlichem Sprit besteht. Das ist auch ein Grund, warum die jetzige Regelung so ihre Schwächen hat: selbst wenn Ethanol umwelttechnisch vollkommen unzweifelhaft wäre, würden die Leute trotz Miljöbil nur dann darauf umsteigen, wenn der Benzinpreis entsprechend hoch ist.
5 Kommentare
RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel
Trackback-Link: http://www.fiket.de/2010/01/21/weg-mit-dem-biosprit/trackback/