Die guten Blitzer

Sprache ist wichtig und bestimmt mit, wie man denkt. Ein besonders schönes Beispiel für erzieherischen Wortgebrauch ist dieser Artikel, in dem es um den üblichen Verkehrszuwachs zu Mittsommer geht. Viele fahren raus aufs Land und dementsprechend verzeichnet man an diesem Wochenende jedes Jahr ein Hoch an Verkehrsunfällen. Das ist allgemein bekannt und die Artikelüberschrift “Hier fährst du am sichersten an Mittsommer” weckt daher Interesse. Der simple Rat im Text ist dann, gut ausgebaute Straßen mit Trennung der beiden Fahrtrichtungen oder (aufgepasst!) solche mit “Verkehrssicherheitskameras” zu benutzen.

Das Wort alleine ist schon schönes Neusprech, denn eigentlich ist fartkamera die gebräuchlichere Bezeichnung. Zusätzlich impliziert der Ratschlag, dass es gut ist, auf Wegen mit Blitzern zu fahren anstatt sie zu meiden. (Das Sinken der Durchschnittsgeschwindigkeit und damit der Unfälle dank der Kameras scheint statistisch gut belegt zu sein.) Dass man sich diese offensichtliche Manipulation hin zu einem positiven Bild von Blitzgeräten gefallen lässt, wird sicherlich dadurch begünstigt, dass sie hierzulande in der Regel fest installiert sind und lange vorher mit Schildern angekündigt werden. Das nimmt ihnen die Hinterhältigkeit; es sind keine Radar-”Fallen” mehr und es fällt schwer, sich ungerecht behandelt zu fühlen, wenn man trotzdem geblitzt wird.

Zugegeben, ich habe kein eigenes Auto, bin aber trotzdem immer wieder auf Schwedens Straßen unterwegs und habe noch nie eine mobiles Blitzgerät gesehen.

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  1. ich habe auch noch keine mobilen gesehen. ich bremse immer umsonst, wenn ein “verdächtiges” auto am straßenrand steht. sind meist doch nur pilzesammler :)
    das gute an den stationären blitzern ist, dass direkt nach dem “achtung blitzer”-schild nochmal steht, wie schnell man denn eigentlich fahren darf. sehr praktisch.
    lg eni

  2. Mobile Geräte scheint es ausschließlich in der Form von Polizisten mit Laserpistole zu geben. Ansonsten wäre mir noch nie eines aufgefallen. Interessant ist auch, dass die Autobahnen komplett blitzerfrei zu sein scheinen.

    Es fehlt eben die Motivation, die kommunale Kasse durch besonders listig aufgestellte Blitzer aufzubessern.

  3. Die, zumindest abends/nachts, freien Autobahnen werden ab und an von so manchem zum Rasen ausgenutzt. Siehe die “Getaway in Stockholm” Folgen. Gerade die Innenstadtszenen finde ich dann aber nicht mehr ganz so lustig.

  4. Durch Geschwindigkeitsbegrenzungen sinkt nicht die Durchschnittsgeschwindigkeit, sondern die Maximalgeschwindigkeit einiger weniger. Die Durchschnittsgeschwindigkeit steigt sogar (neben all den anderen Vorteilen einer moderaten Geschwindigkeitsbegrenzung).

  5. Ich hoffe, dass die Schweden mit Blitzern besser umgehen als die Südkoreaner (beim Freund verbrachte dort ein Studienaustauschjahr). Als wir mit einem Mietauto durch Korea gefahren sind, fiel uns auf, dass Koreaner wie die Besengten durch die Straßen fahren, bis im Navi [sic !] eine Blitzerwarnung auftaucht (die fahren auch die Geschwindigkeiten nach Navi und schauen nicht konsequent auf die Straße), dann bremsen sie scharf ab und fahren nach dem Blitzer wieder die doppelte Geschwindigkeit, die erlaubt wäre. Das gab einige sehr heftige Beinahe-Unfälle, sei es, dass wir entgegenkommenden Fahrzeugen ausweichen mussten, die meinten, in einer Kurve kurz vor nem Blitzer noch überholen zu müssen oder anderes….

    Da lob ich mir Europa ^^

  6. Ähnliches hört man vom Straßenverkehr in China. Es gibt ja den Spruch “good old europe” und “good old germany”, wobei zweiterer wohl von den Amerikanern verbreitet wurde.

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