Wie schon mehrmals erwähnt, ist Internetzugang übers Handynetz (3G/UMTS) hierzulande gut ausgebaut und wird eifrig genutzt; Schweden surfen weltweit am meisten mobil und mittlerweile wird schon kräftig die Werbetrommel für die nächste Generation (4G) geschürt.
Außerdem haben sich die schwedischen Anbieter mit Unsitten wie erzwungenen Proxys und allerlei Sperren weitgehend zurückgehalten, die einige Dienste zum Beispiel in Deutschland kaum das Wort “Internetzugang” verdienen lassen. Aber verständlicherweise sieht man es auch hier zwiegespalten, wenn der Boom im mobilen Internet zulasten der Telefon- und SMS-Einnahmen führt. Denn wozu soll man noch die absurden Preise des Anbieters zahlen, wenn man übers Internet die gleiche Funktionalität hat – mit Flatrate ohne Nutzungskosten.
lch selbst nutze auf meinem Android als SMS-Ersatz Kik und zum Telefonieren Skype, das sich auf dem Handy nochmal besser anfühlt als per Computer und Headset. Folglich liegt meine monatliche Rechnung nur knapp über den 108 Kronen Grundgebühr inklusive Internetflatrate.
Und heute soll es sogar Gesetz werden, dass Anbieter nicht willkürlich Dienste wie IP-Telefonie blockieren dürfen, bloß weil es ihr Kerngeschäft schädigt. Verkauft man Internet, dann beinhaltet das nun einmal mehr als nur Webseiten aufrufen. Ich finde es gut, dass das vom Staat erzwungen wird.
Nachtrag: So ganz stimmen die letzten Zeilen nicht. Anbieter dürfen sehr wohl eingeschränkte Dienste verkaufen, müssen aber deutlich darauf hinweisen und jederzeit die Möglichkeit zum Upgrade auf unbeschränktes Internet anbieten, das dann auch etwas mehr kosten darf. Die Kommunikationsbehörde wird auch Anbieter zum nachträglichen Aufheben von Sperren zwingen können.
Schlagworte: Android, Internet, Recht, Technik, Wirtschaft
-
Ich benutze zwar überhaupt kein Skype, da meine Gesprächspartner damit kaum zu verstehen sind, aber Telefonnetzanbieter verdienen über Verbindungs/Nutzungentgelte und sollten und sollten gar nicht darüber bestimmen dürfen, was ich wie über die Verbindung schicke. Insofern ist die schwedische Initiative zu begrüssen. Doch grenzübergreifend wird sie nur dann wirksam, wenn in anderen Ländern gleichartige Entscheidungen getroffen werden. Doch damit wird nicht so einfach zu rechnen sein.
Besser fände ich es, wenn ich zum nationalen Abopreis unter gleichen Konditionen auch in anderen Ländern telefonieren oder surfen könnte. So etwas gibt es beispielsweise für österreichische “3”-Kunden, die zu ihrem tarif auch in Schweden oder Hongkong telefonieren bzw. online sein dürfen.
Die derzeitigen Tarifmodelle lassen einfache Anwendung und Überschaubarkeit vermissen und sind vor allen Dingen darauf ausgelegt, den Kunden auszunehmen.
-
Wie sieht es eigentlich mit Prepaid Angeboten incl. Daten aus. Da wir nun mittlerweile das dritte Jahr in Folge Urlaub in Schweden machen werden würde mich interessieren was es da so gibt und was ich auch im nächsten Jahr verwenden kann ohne das das Guthaben verfällt.
Auf den einschlägigen Webseite habe ich mich schon umgesehen, da es aber doch etwas am schwedischen mangelt blicke ich da nicht ganz durch. -
Das Verfallen von Guthaben besteht m.E. weiter. ich habe zwei kontantkarten (Telia, Tango) und bin gezwungen, sie regelmässig aufzufüllen, d.h. wenigstens einmal im Jahr. Nur die kontantinternetkarte von telia bleibt mir erhalten, wenn ich das richtig verstanden habe.
-
Vielen Dank für die Infos, ich werde mich da mal umsehen. Ab April wird es dann interessant da wir einen Kurztrip nach Stockholm geplant haben und im Spätsommer dann Südschweden 2 Wochen unsicher machen werden.
Grüße aus Apolda, Thüringen
-
Mein letzter Stand ist (Telia), Prepaid Internet flat, dass man sich eine “Monatskarte” kauft und nach eine 1 GB Daten (in beide Richtungen?) der Geldbetrag alle ist. Dann kann man wieder auffüllen. Nutzt man den kontant innerhalb eines Monats nicht aus, verfällt er.
Skype geht damit übrigens sehr gut und die Zusatzsoftware auf dem USB-Stick beinhaltet ein Programm, mit dem man sehen kann, dass selbst Videoskypen wenig Verkehr verursacht. Ich habe noch etwas von 100 kb/ minute im Kopf.
Und seit wann verfällt das Guthaben eigentlich nicht mehr? Dann könnte mein Stick ja noch was “Wert” sein… -
@thomas, ich habe momentan telenor “snacka mera”, und wenn ich die mit jeweils 200 Kronen auffülle, dann habe ich dreißig Tage unbegrenzt Internet.
(https://butik.telenor.se/prepaid). Das ist ein Aktionsangebot, läuft aber schon seit letzten September und funktioniert sehr gut. Man kann bei Telenor Pre Paid auch per SMS eine internet-flat dazu buchen, die kostet je nach Geschwindigkeit unterschiedlich und gilt auch für 30 Tage. Ich finde den Link dazu nicht, habe mir das aber mal einem telenor Laden erklären lassen. -
Da steht leider nichts davon, wie die Internet-Geschwindigkeit/Volumen begrenzt wird, wenn man “zu viel” surft. Ich habe jedenfalls keine Fussnote dazu gefunden.
10 Kommentare
RSS-Feed für Artikel-Kommentare
Trackback-Link: http://www.fiket.de/2011/02/10/richtiges-mobiles-internet/trackback/