Deutschland ist wie Schweden – nur besser

Unter dieser Überschrift schreibt Ebba Witt-Brattström heute im Kulturteil von DN. Dass Kultur und Bildung dort ernst genommen werden und nicht mit Unterhaltung vermischt werden, ist ihr Hauptargument und sie zieht sogar den deutschen Feminismus dem hiesigen vor. Seltsam.

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  1. Ok, es wird also nicht nur Schweden von den Deutschen verklärt sondern auch Deutschland von Schweden…
    Oberflächlich sieht vermutlich immer alles wunderbar.

  2. Joa, das muss es sein.

    Bei uns wird Bildung ganz ernsthaft an die Wand gefahren. Feminismus finde ich in beiden Ländern gruselig.

  3. Naja, 3 Jahre in Berlin sind nicht gleich 3 Jahre in Deutschland. In Berlin hat man jeden Tag eine andere Demonstration für die bessere Welt vor der Haustür. Die Stadt vermittelt zudem ein völlig anderes Lebensgefühl als der Rest der deutschen Republik. Und für eine Schwedin, die von zu Hause fast nur die Konsensgesellschaft kennt, mag es schon aufregend und spannend zu sein, das mitzuerleben.
    Was die Autorin aber vergisst: Kultur ist nicht nur abstrakte Malerei und klassische Musik. Es ist auch moderne Populärmusik, zeitgenössische Literatur sowie Filmkunst. Also auch “simple” Unterhaltung.
    Und Schweden ist mit seinen knapp 10 Mill. Einwohnern die drittgrößte Musikexportnation der Welt, es laufen weit mehr schwedische Filme im deutschen Fernsehen als umgekehrt (welche qualitativ auch besser gemacht sind). Die häufig darauf basierenden Bücher schwedischer Schriftsteller sind meistens auch Welterfolge. Sicherlich liegt es zum großen Teil daran, dass die schwedische Unterhaltungsindustrie mehr den Weltmarkt brauch als die deutschen Kulturschaffenden, um finanziell erfolgreich zu sein. Aber ein Großteil dieser Entwicklung ist auch des schwedischen Bildungsverständnis zu verdanken, welches seine Kinder zu mehr Kreativität erzieht statt sie zu allwissenden Bildungsbürger zu zwingen.

  4. So ist das halt mit den Auslandskorrespondenten: deutsch können und deutsch verstehen sind halt halt zwei verschiedene Dinge. Ich höre auch nach unserem Umzug ins Berliner Umland überwiegend die Berliner Sender, wie Radio 1, Inforadio und Jazzradio aus alter Gewohnheit, und lese statt Brandenburger eher Berliner Presse und Stadteilzeitung . Seit dem Mauerfall- und damit auch selbstverständlich dem Einzug ostdeutscher Journalisten in die westlichen Medien stelle ich fest, daß das , was früher als Schleichwerbung bezeichnet wurde heute gar kein Thema mehr ist, sondern dass ganz selbstverständlich Werbung durch Journalisten gemacht wird, und diese ganz klar Dienstleister und Gewerbe, sowie neueste Produkte namentlich vorstellen mit Verweisen auf Links, etc. Informationen und Bildung sind da nur noch Mischmasch. Politische Aufklärung gibts nur noch auf Talkshowniveau, dafür gibts umso mehr saichte Unterhaltung -da ist Schweden uns allerdings überlegen- und Sportnachrichten. Lediglich die Musik ist nach wie vor okay. Frage: Was ist Bildung überhaupt? Meinen wir alle dasselbe damit? Wer bestimmt was Bildung ist? Wozu ist sie nütze? Und welchen Nutzen erwartet manvon Bildung?

  5. Die Kreativität der Schweden finde ich genauso bewundernswert wie den deutschen, allwissenden Bildungsbürger. Nehmen wir doch von beiden Ländern das Beste: von den Schweden das Unkonventionelle, das spontan kreative lernen und von den Deutschen die Meckerei nehmen und es dazu nutzen, die Dinge zu verbessern.

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