Deuschland: Schweden für Erwachsene

Horace Engdahl im Interview (audio, deutsch) über den mangelnden Ernst in Schweden, die deutsche Idealisierung des Landes, Berlin und noch so einiges.

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  1. Interessante Thesen. Mit dem Zeitungsvergleich gebe ich ihm absolut recht. Für die Ansicht, dass Deutschland ein Schweden für Erwachsene sei, hätte ich aber gerne noch mehr Beispiele aus anderen Bereichen.

    Dass die Deutschen Inga Lindström-Filme und Könige toll finden, zeugt außerdem nicht gerade von mehr Reife der Deutschen.

  2. Ja, ich hätte auch gern das ganze Interview gehört. Bestimmt wurden da noch mehrere Beispiele genannt.
    Das mit den Lindström-Filmen muss man aber differenzierter betrachten.
    In Deutschland gibt es nunmal wie im Schweden auch einen Markt für Kitsch. Und durch die große Einwohnerzahl ist dieser Markt auch entsprechend. Da finden die Lindström-Geschichten sowie die von Rosamunde Pilcher ihr Publikum.
    Da wir es gewohnt sind, dass im Fernsehen bedingt durch die Synchronisation fast alle Filmfiguren Deutsch sprechen, stört es uns kaum dass deutsche Schauspieler mit den muttersprachlichen Eigenheiten Figuren aus anderen Ländern darstellen. So werden z.Bsp. auch deutsche Höflichkeitsformen in schwedischer Umgebung benutzt.
    Ein Einheimischer schmunzelt darüber natürlich.
    Umgekehrt funktioniert das weniger. Im schwedischen Fernsehen und den Kinos laufen die Filme im Originalton. Geschichten in Amerika, Britannien oder Deutschland funktionieren nur in der jeweiligen Landessprache. Und somit werden wir es wohl nicht erleben, dass SVT z.Bs. eine Serie über eine rheinische Winzerdynastie produziert, wo sich die schwedischen Schauspieler mit “Hey” und “Heydoa” zurufen.
    Das hätte doch mal was! :-)

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