Astronomie

Artikel mit dem Schlagwort Astronomie.

Gestern war Herbstanfang; zumindest hab ich das in der Schule so gelernt, dass die Jahreszeiten anhand der vier astronomischen Fixpunkte definiert sind, also kürzester und längster Tag sowie die beiden Gleichstände. Siehe auch. Es ist auch irgendwie sinnvoll, dass diese Tage den Anfang der zugehörigen Jahreszeit markieren, denn das Klima ist träge und die wärmste bzw. kälteste Zeit kommt immer erst ein paar Wochen nach dem längsten bzw. kürzesten Tag.

Hierzulande wird man dagegen verständnislos angesehen, wenn man behauptet, die Jahreszeiten fingen jedes Jahr zur gleichen Zeit an. Die meteorologische Definition, nicht die astronomische, ist nämlich hier die gebräuchlichere. Das SMHI (Sveriges meteorologiska och hydrologiska institut) gibt da den Standard vor:

  • Frühling ist, wenn die Tagesdurchschnittstemperatur sieben Tage in Folge über dem Gefrierpunkt liegt (jedoch nicht vor dem 15. Februar). Das heißt unter anderem, dass man erst im Nachhinein sagen kann, wann der Frühling kam, und dass es üblicherweise von Ende Februar bis in den Mai dauert, bis die neue Jahreszeit vom Süden des Landes bis ganz in den Norden vordringt.
  • Der Sommer kommt, wenn das Tagesmittel über 10 Grad liegt, fünf Tage nacheinander.
  • Wenn die Tagesdurchschnittstemperatur fällt und zwischen 0 und 10 Grad liegt, dann ist Herbst.
  • Und wenn sie dauerhaft Minusgrade hat, Winter.

Besonders wichtig unter diesen Definitionen ist die erste, denn jeder sehnt sich nach dem langen dunklen Winter dem Frühling entgegen. Dann sieht man regelmäßig Karten wie diese in den Zeitungen, die anschaulich machen, wie weit der Frühling schon vorgedrungen ist.

Der Astronomie-Schreibwettbewerb in der schwedischen Wikipedia, den ich im Herbst angeleiert hatte und der den ganzen Winter über lief ist jetzt zu Ende und die Gewinner stehen fest.

Gewonnen hat Johan Kärnfelt von der Uni Göteborg, der einen tollen Artikel über Knut Lundmark geschrieben hat. Will den vielleicht jemand in die deutsche Wikipedia übersetzen?

Was mich als Organisator besonders gefreut hat, ist die Mischung von Teilnehmern. Auf den vorderen Plätzen tummeln sich sowohl erfahrende Wikipedia-Schreiber, die den Wettbewerb zum Anlass nahmen, sich mit Astronomie zu beschäftigen, als auch Amateurastronomen und andere Interessierte, die zum ersten Mal zur Wikipedia beitrugen. Diese bekamen im besten Sinne der Zusammenarbeit Hilfe von der “Konkurrenz” bei den technischen Details.

Fast hätte ich vergessen, ein anderes meiner Projekte hier zu erwähnen. Als 2009 das “Jahr der Astronomie” war und ich bei der schwedischen Organisation desselben mithalf, kam mir nämlich der Gedanke, dass man etwas gegen den Mangel an Astronomie-Artikeln in der schwedischen Wikipedia tun müsse. Diese hinkt nämlich weit hinter der englischen und deutschen zurück. Das ist kein Wunder, schließlich gibt es weniger Schwedisch sprechende Menschen und die meisten haben keinerlei Problem damit, auf Englisch auszuweichen, was die Dringlichkeit verringert.

Nach einiger Verzögerung ist der Astronomie-Schreibwettbewerb vor ein paar Wochen endlich gestartet. Bis Ende Februar hat man Zeit mit dem Schreiben und zu gewinnen gibt es zehn Teleskope und einen Asteroiden. Ok, nicht den Asteroiden an sich, aber der Gewinner darf einem bisher unbenannten Asteroiden seinen offiziellen Namen geben.

Falls ein Leser gut Schwedisch schreiben kann, will ich hiermit die Teilnahme ans Herz legen. Man braucht nicht unbedingt astronomische Fachkenntnisse, denn es gibt zum Beispiel Biografien von Astronomen aller Länder zu schreiben und Übersetzungen von Wikipedia-Artikeln aus dem Deutschen oder Englischen sind völlig in Ordnung.

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