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Die Millennium-Trilogie von Stieg Larsson belegt zur Zeit auf der Bestsellerliste von amazon.com die Plätze 1, 2 und 3. Das macht den Erbschaftsstreit gleich nochmal relevanter. Die schwedische Verfilmung alleine des ersten Teils hat derweil über 800 Millionen Kronen eingespielt und der dritte Teil sollte mittlerweile auch in deutschen Kinos zu sehen sein.

Nichtsdestotrotz will Hollywood die Serie bald noch einmal verfilmen. Vielleicht sind ihnen Details wie gleichgeschlechtliche Liebesszenen zu “europäisch” oder Noomi Rapace als Lisbeth Salander zu wortkarg. Als Schauspieler für Mikael Blomkvist werden Bratt Pitt oder Daniel Craig spekuliert, für Lisbeth die englische Carey Mulligan

Ich lese gerade “Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen”, wie das wohl bekannteste Buch der schwedischen Literaturnobelpreisträgerin Selma Lagerlöf mit ganzem deutschem Titel heißt. Bisher kannte ich die Geschichte nur von einer Schallplatte, die ich als Kind zu hören bekam. Einzelne Abschnitte aus der Zeichentrickverfilmung habe ich wohl auch gesehen.

Ich bin jetzt etwa ein Drittel durch und das erste was mir auffiel war, dass die Sprache weniger “anders” ist als ich es von einem hundert Jahre alten Text erwartet hätte. Als Anmerkung steht zwar, dass die veralteten Pluralformen der Verben (Endungen auf -o) durch die modernen ersetzt wurden, aber ansonsten ist der Text, den ich lese, unverändert. Man merkt ihm die Jahre zwar an kleinen Dingen an, wie dass mycken anstatt mycket steht, es kommen aber kaum Worte oder Wendungen vor, die ich mit meinem Einwandererschwedisch nicht verstehen würde.

Zum Inhalt werde ich allen, die das Buch kennen, nichts Neues damit erzählen, dass die Geschichte um Nils nur eine “Ausrede” ist, um schwedische Landeskunde zu vermitteln. Es fallen unzählige Ortsnamen und die Beschreibungen der Plätze sind mit den Abenteuern des Wichts verwoben – manchmal so gut, dass man kaum merkt, wie man belehrt wird; manchmal doch sehr offensichtlich. An einigen Stellen fragt man sich, unter dem Einfluss welcher Drogen Selma Lagerlöf gestanden hat, als sie das geschrieben hat. Zum Beispiel wenn die Statuen in Karlskrona lebendig werden und Nils durch die Stadt gejagt wird. Natürlich ist auch hier eine kleine Geschichtsstunde versteckt.

Wahrscheinlich lernt man mehr von diesem Buch über Schweden als aus manchem Sachbuch. Mehr, wenn ich weitergelesen habe…

Josie hat mich neulich darauf aufmerksam gemacht, dass es in der “Gebrauchsanweisung für …”-Serie des Piper-Verlags jetzt auch eine Gebrauchsanweisung für Schweden gibt und dass fiket.de darin am Ende in einer “Kleinen Auswahl zum Weiterlesen” erwähnt und für “informativ” befunden wird. Auf mein Nachfragen erfuhr ich von Antje Strubel, der Autorin, dass ihr während der Recherche das ein oder andere Detail auf Fiket geholfen hat und dass sie mich auch mit einer Frage zur Stadtentwicklung angeschrieben hatte. Das hatte ich vergessen, aber ein Blick in meine Outbox verrät, dass ich ihr nicht helfen konnte.

Über das Buch selbst kann ich nichts sagen, weil ich es nicht gelesen habe. Die Erwähnung von Fiket verspricht jedoch Qualität. ;)
Wenn mir jemand sein ausgelesenes Exemplar schicken möchte, findet man meine Adresse im Impressum. Ich werde hier dann auch meinen Senf dazu abgeben. Andere Leser können das natürlich schon jetzt in den Kommentaren tun.

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