Europa

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Mehr als vier Jahre nach dem Beginn der Finanzkrise stecken die hochentwickelten Volkswirtschaften immer noch in tiefer Depression, ein Zustand, der allzu sehr an die 1930er Jahre erinnert. Und der Grund dafür ist einfach: Wir verlassen uns auf die selben Vorstellungen, die die Politik der 30er Jahre bestimmte. Diese Konzepte sind seit langem widerlegt und beruhen auf der tiefgreifenden Fehleinschätzung von Ursachen, Charakter und angemessener Reaktion auf die Krise.

Diese Fehleinschätzungen haben sich tief im öffentlichen Bewusstsein festgesetzt und liefern die öffentliche Unterstützung für die drakonischen Sparmaßnahmen in der Finanzpolitik vieler Länder. Die Zeit ist also reif für ein Manifest, in dem Ökonomen der politischen Mitte der Öffentlichkeit eine Beschreibung unserer Probleme anbieten, die auf Beweisen ruht.

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Es ist ziemlich absurd, dass in Norwegen, dem reichsten Land Europas (der Welt?), zu Weihnachten die Butter ausgeht. Ursachen scheinen erhöhter Bedarf – mehr Fett und weniger Kohlehydrate sind im Trend, auch in Schweden – und schlechte Planung beim norwegischen Quasimonopolisten zu sein. Außerdem nimmt sich Norwegen als Nicht-EU-Land die Freiheit, die eigene Landwirtschaft mit Zöllen auf Importe zu schützen, was den Nachschub weiter erschwert.

Diese Zölle sind auch der Grund, warum jetzt tatsächlich Schweden im Nachbarland verhaftet werden, weil sie Butter schmuggeln. Bei über 30 Euro pro Pfund ist das lukrativ. Wenigstens können Schweden jetzt schadenfroh sein und einen gewissen Ausgleich dafür verspüren, dass sie dem Nachbarn und ehemaliger “Provinz” heute wirtschaftlich unterlegen sind und nicht selten für die einfacheren Arbeiten dort herangezogen werden, die kein Norweger mehr machen will. Immerhin hat man hier ordentliches Weihnachtsgebäck.

Wer die neue Flugverbindung Oslo – Karlstad nutzt, bekommt jetzt ein Kilo Butter geschenkt.

Nachtrag: Jetzt auch auf tagesschau.de

(irgendwie auch via fefe )

Schaut euch einmal dieses Bild von Europa bei Nacht an. Das ist in Falschfarben kodiert, die die Entwicklung von 1993 bis 2003 darstellen: Weiss/grau ist unverändert hell; blau markiert die schwächer gewordenen oder verschwundenen Lichter; gelb und orange sind die heller gewordenen Regionen (wobei letztere die absolut stärkeren sind) und rot sind die neu hinzugekommenen Lichtquellen.

Man kann größere Städte und Ballungszentren sehr schön ausmachen und sieht an den scharfen Kontouren, dass Menschen gerne an Küsten leben. Der Nil sticht in beindruckender Weise hervor.

In Bulgarien gingen die Lichter aus, in Rumänien an. In der Ukraine herrschte in den fraglichen zehn Jahren der Blues, ganz Irland leuchtete dagegen auf. Generell wurde Europa heller (viel gelb/orange) und ein paar Gas- oder Öfelder in der Nordsee scheinen zugemacht zu haben.

Was ist mit Schweden? Die drei Ballungszentren Stockholm, Göteborg und Malmö scheinen mir weniger gelb als viele Städte auf dem Kontinent und man sieht erstaunlich viel Blau: von Linköping westlich bis unter den Vänern, die Gegend Östersund und fast der ganze Küstenstreifen nördlich von Gävle. Gelb- und Rottöne findet man vor allem in einem breiten Band westlich von Stockholm, also dem Mälartal und Umgebung. Das alles passt mehr oder weniger ins Bild von der Verstädterung Schwedens, die – obwohl weit fortgeschritten – immer noch anhält.

Den Rest der Welt kann man sich in dieser Bildergalerie ansehen, über die ich auch darauf aufmerksam wurde. Asien ist besonders sehenswert und ein paar Minuten daraufstarren wert (die Koreas!).

Ein Blog, das ich sehr gerne lese, ist das von Nobelpreisträger Paul Krugman, von dem man eine ganz andere Perspektive auf die Probleme der Wirtschaft bekommt als von den üblichen Medien, sowohl die USA als auch Europa und den Euro betreffend. Außerdem ist Krugman immer für einen spitzen Seitenhieb zu haben. Zur Zeit ist er wohl hier in Stockholm, denn er schreibt:

Every time I read someone talking about the “collapsing welfare states of Europe”, I have this urge to take that person on a forced walking tour of Stockholm. If you believed what the right says, a country with Sweden’s level of both taxes and social benefits should be a wasteland. Strange to say, that’s not what it looks like, to say the least.

Also, really good herring.

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