Es hat hier etwa minus fünf Grad und gerade angefangen zu schneien. Das bedeutet weiße Weihnachten, entgegen aller Vorhersagen.
Frohes Fest, liebe Leser!
das Blog aus und über Schweden
Artikel mit dem Schlagwort Feiern.
Es hat hier etwa minus fünf Grad und gerade angefangen zu schneien. Das bedeutet weiße Weihnachten, entgegen aller Vorhersagen.
Frohes Fest, liebe Leser!
In diesem sehr kurzen Video singen ABBA eines der bekanntesten schwedischen Weihnachtslieder und senden Weihnachtsgrüße auf Deutsch. Angeblich kommt das aus einer deutschen Radiosendung von 1981.
Da kommt man nichtsahnend abends nach Hause und was findet man hinter dem Briefschlitz? Eine Freikarte zum Oktoberfest in Enköping. Das liegt ein paar (schwedische) Meilen westlich von hier. Dabei war ich doch noch nicht einmal auf dem Original als ich noch in Bayern gelebt habe.
Ich übersetze mal aus der gut zehnseitigen Zeitung, an die die Freikarte geheftet war.
Titelseite: Enköpings Oktoberfest – ein Geschmack von Bayern. Bierzelt, Troubadoure und Künstler, Disco-Karaoke. Kauf das Tirolerpaket! Tirolerbuffet, Eintritt, ein Bier, ein Jägermeister und ein Tirolerhut.
Seite 3, unübersetzt: Die zwei Tiroler Hans und Heidi – Tiroler Show!
Beweise: nach dem Klick »
In zwei Stunden kommen die Gäste zu unserer alljährlichen und beliebten Kräftskiva. Die Krebse sind aufgetaut, die Wohnung ummöbliert, damit 13 Leute an einen langen Tisch Platz finden. Brot ist gebacken, Snaps im Eisfach, die Platzverteilung ausgeklügelt und in Rätselform verfasst, damit die Gäste während des Willkommenstrunks etwas zu tun haben. Natürlich wird auch gesungen werden (PDF mit Liedtexten), allerdings diesmal ohne mein deutsches Helan går.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich es übertrieben finde, oder ob ich zustimme. Sobald es, wie jetzt gerade, im August ein paar Tage lang kühl und regnerisch ist, hört man von allen Seiten leicht melancholische Äußerungen über das Ende des Sommers.
Ganz falsch ist es nicht, der Herbst liegt in der Luft, es riecht danach. Sandalenwetter ist nicht mehr, auch wenn die Sonne scheint. Kräftskivor, die Gruppen mit neuen (Austausch-)Studenten in der Stadt, der wieder erstarkte Flogsta-Schrei, der halb ausverkaufte Supermarkt (die meisten Schweden sind gerade aus dem Urlaub zurück), die Dohlen über der Stadt: alles hösttecken – Boten des Herbstes.
Ich hatte auf jeden Fall einen guten Sommer und hoffe ihr auch.
Für mich hat heute die Uni wieder angefangen. Ich besuche den Intensivkurs Pedagogik för universitetslärare, auf dass ich meine Studenten in Zukunft besser quäle unterrichte. Bei der Vorstellungsrunde wurde wieder einmal sehr deutlich, wie viele junge Akademiker in Schweden Kinder haben: geschätzte 70% der teilnehmenden Doktoranden beiderlei Geschlechts. Wenn jemand Zahlen aus Deutschland kennt, bitte melden, aber ich würde den Anteil auf unter 20% schätzen.
Wie oft ich wegen des Kurses bis Anfang September dazu komme, hier zu schreiben, wird sich zeigen…
Morgen ist Mittsommer und ich bin übers Wochenende weg – so richtig offline. Am Montag geht es hier weiter…
Der heutige 17. Mai ist nicht nur norwegischer Nationalfeiertag und Tag der Esel in Kenia.
Es ist auch die 60-Jahr-Feier von einem Kollegen und mir – also jeder 30. Sollte eine Leserin oder ein Leser zufällig in der Nähe sein, kann er oder sie gern ab 7 heute Abend vorbeischauen. Wegbeschreibung hier.
Doch noch ein Nachtrag zu Valborg, auch wenn ich dieses Jahr nicht dabei war: Die Tagesthemen haben nämlich einen sehr schönen mehrminütigen Bericht darüber gedreht, bei dem lediglich zu bekritteln ist, dass der Champangegalopp nach dem Mützewinken stattfindet, nicht davor wie im Video impliziert. Der Vergleich mit einem Karnevalsumzug ist wohl weniger weit hergeholt als den Schweden lieb ist, zumindest was das Bootsrennen angeht. Hier entlang zum ansehen.
(via)
Es ist gerade viel zu tun rund ums Studium, dazu kommt allerlei Behördliches, sowohl hier als auch Relikte aus der alten Heimat. Außerdem bin ich gerade in die Vorbereitungen fürs Astronomijahr nächstes Jahr eingebunden worden. Das ist eine willkommene Abwechslung und macht sicher Spaß – mehr dazu beizeiten an dieser Stelle. Für die nächsten zwei Wochen werden die Beiträge hier aber etwas sporadischer ausfallen als sonst.
Nach mehreren Jahren Erfahrung werde ich auch das diesjährige Valborg in Uppsala auslassen und das lange Wochenende zum Maianfang stattdessen an der Mittelmeerküste verbringen. Da ist wenigstens schon Frühling und auch für Fiket werden das erholsame, stille Tage.
Bevor ich es vergesse, muss ich noch schnell ein Wort erwähnen, das mir gerade zu Ohren kam: piplina. Wörtlich bedeutet es “Pfeifleine”, ist aber eine sehr niedliche Abwandlung des englischen pipeline. Angeblich kann man gerade Leute mittleren Alters “Vad ligger i piplinan?” sagen hören, wenn sie fragen was ansteht. Piplina passt nicht in diese Kategorie von Worten, denn es ist ja nicht “pajplajn”.
Ziemlich häufig wenn jemand, nennen wir sie Inga, gefeiert werden soll, weil sie zum Beispiel etwas besonderes erreicht hat, passiert folgendes. Nach einer eventuellen kurzen Rede von einem der Anwesenden, fordert dieser alle anderen auf, die Gefeierte “hochleben” zu lassen. Dazu sagt derjenige
Ett fyrfaldigt leve för Inga! Hon leve…
und alle antworten mit lauter Stimme:
Hurra! Hurra! Hurra! Hurra!
Übersetzt: Ein vierfaches “Sie lebe hoch” für Inga! Sie lebe…. Und dann eben die vier Hurras, die mit lautem aber kurzem “a” gerufen werden. Man hält sich dabei wirklich nicht mit der Lautstärke zurück und schon eine kleinere Gruppe hört man durch mehrere Wände hindurch, wenn sie jemanden “hurrat” (schw. man hurrar för någon).
Die Zahl vier kommt angeblich (Quellen: eins, zwei) vom Militär und zwar hatte man sich im 17. Jahrhundert darauf geeinigt, Truppen unterschiedlicher Länder mit unterschiedlich vielen Kanonenschüssen zu identifizieren. Zwei Schüsse standen für Schweden, drei für die Dänen. Daher dass man in Schweden zu königlichen Anlässen die Zahl auf vier verdoppelte, kommt heute das vierfache Hurra und es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass man in Schonen, das lange zu Dänemark gehörte, noch heute nur drei Mal hochleben lässt.
Der Ausruf “Hurra!” selbst kommt laut Herkunftswörterbuch vom mittelhochdeutschen hurren, sich schnell bewegen. Als Imperativ und Ausruf war es als Schlachtruf in Kriegszeiten in Gebrauch und vermischte sich dann mit der Zahl zum oben genannten Ausruf des Hochleben-Lassens.
Es kommt nicht mehr oft vor, dass ich ein schwedisches Wort höre, das ich noch nicht kenne beziehungsweise nie aktiv wahrgenommen habe, und natürlich freue ich mich immer, wenn mir ein solches unterkommt.
Am Samstag auf einer Party erklärte der Gastgeber nach einer Weile, dass es Zeit für etwas vickning wäre. Dass es dabei um Essbares ging, war zwar zu erraten, aber das Wort war mir neu. Es bezeichnet als Überbegriff all die kleinen Dinge, die man Gästen am späteren Abend zum Essen anbietet. Alles von Käse und Keksen bis zu einem kleinen Buffet oder Auflauf (Janssons Versuchung ist ein typisches Beispiel) kann vickning sein. Bloße Chips und ähnliches rechtfertigen den Begriff nicht, etwas mehr muss es schon sein.
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