Die staatliche schwedische Strahlenschutzbehörde verbietet vom 21. Juni an die Lagerung von radioaktivem Abfall in Forsmark, weil die Auflagen nicht eingehalten werden.
Artikel mit dem Schlagwort Forsmark.

Die Pannen in schwedischen Kernkraftwerken und die Diskussion um deren Sicherheit beschäftigen weiterhin die schwedischen Medien und waren ja auch an dieser Stelle schon oft Thema. Was hat sich in der Zwischenzeit getan?
- Die Reaktoren Forsmark 2 und Ringhals 2 laufen wieder, nachdem sie vor kurzem erneut abgeschaltet werden mussten (E).
- Ringhals muss sich vorwerfen lassen, eine ähnlich mangelhafte Sicherheitskultur zu praktizieren wie der Pannenreaktor Forsmark. Gegen verschärfte Sicherheitsauflagen wehrt man sich aber mit dem kindischen Argument, es wäre ungerecht, weil die anderen diese nicht hätten.
- Derweil entdeckt man radioaktives Material in einem Korridor in Forsmark 3, in dem es nicht hätte sein dürfen. Und in einem Hochsicherheitsraum von Forsmark 1 findet man Essensreste und Zigarettenstummel, obwohl die entsprechenden Tätigkeiten dort verboten sind. (S)
- Auch das Kernkraftwerk Oskarshamn, weiter südlich an der schwedischen Ostseeküste, hat Probleme. Ein Kubikmeter radioaktives Wasser schwappte aus einem Tank über. (S)
Damit die zusätzlichen Ausgaben der staatlichen Kontroll- und Sicherheitsbehörden nicht vom Steuerzahler gedeckt werden müssen, soll jetzt eine neue Sicherheitsgebühr für die Kernkraft-Industrie eingeführt werden. Gut so.
Das rote Warnschild oben ist übrigens keine Karikatur von Kernkraftgegnern, sondern das neue Symbol der internationalen Atomenergiebehörde, um die Öffentlichkeit vor radioaktiven Gefahren zu warnen.
In aller Kürze ein Update zu den Ereignissen rund um das schwedische Kernkraftwerk Forsmark:
- Die zwei baugleichen Reaktoren stehen weiterhin still, weil eine Gummidichtung überprüft werden muss.
- Die internationale Atomenergiebehörde IAEA wird den Störfall vom letzten Sommer untersuchen.
- Der Chef des Kraftwerks ist heute auf Druck des Betreiberkonzerns Vattenfall zurückgetreten.
Seit dem Störfall im Juli musste das Kraftwerk mehrmals stillgelegt werden und das kostet richtig Geld (E). Vielleicht ist das ja der effektivste Weg, Kernenergie loszuwerden: Privatisierung, keinerlei Subventionen, harte staatliche Kontrollen der Sicherheit und die Kosten dafür auf die Energiekonzerne umlegen. Gewinn machen sie ja im Moment genug.
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