Geld

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Ist es nicht ein schönes Gefühl, besser als das restliche Europa zu sein? Auf deine Wirtschaft bist du stolz und findest zu Recht. Doch für wen malochst du eigentlich und sorgst für den “Aufschwung”, der das höchste deiner Ziele darstellt? Für deine Bürger anscheinend nicht, denn die verdienen immer weniger.

Aber zum Glück hast du das mit dem Euro ja so gut eingefädelt. Ohne diesen hätte die D-Mark schließlich, dank “Lohnzurückhaltung” und “Standortvorteilen”, gegenüber den Nachbarwährungen stark aufgewertet und das Ungleichgewicht ausgeglichen. Das hätte deine Bürger wenigstens im Urlaub reicher gemacht, aber die Ausländer hätten sich nicht so viel Zeug made in Germany kaufen können. Dank Euro konnten sie und das war natürlich prima für deinen “Aufschwung”. Außerdem schulden dir jetzt alle Geld, doppelt praktisch! Einige wollen sogar von dir “gerettet” werden.

So richtig einsehen willst du es aber nicht, dass eine gemeinsame Währung nur in einer “Transferunion” funktioniert. Du hättest es lieber, nur die Rosinen aus dem Kuchen zu picken und du musst ja deine eigenen Interessen vertreten. Das 20. Jahrhundert, in dessen zweiter Hälfte du dir mit bescheidenerem Auftreten und einer Portion Uneigennützigkeit ein paar Sympathien in der Welt wiederhergestellt hast, ist schließlich vorbei.

Schade.

Viele Grüße,
Thomas

Die Washington Post beschreibt, warum Schweden so gut durch die Finanz- und Wirtschaftskrise kam und jetzt wieder einmal als Vorbild herumgereicht wird. (via Fabian)

Dazu kann man hinzufügen, dass die unglaublich geringen Zinsen den Wohnungsmarkt weiter befeuert hatten, so dass hier keine Blase platzte. Und weil so viele Schweden einen Kredit auf ihrer Wohnung oder dem Haus haben, hat die Zinssenkung den Leuten viel Geld zum ausgeben in die Taschen gespült.

Allerdings kosten Kredite wegen des Aufschwungs mittlerweile wieder mehr und es wurden strengere Regeln für deren Vergabe eingeführt. Das dämpft die Nachfrage an Immobilien und in den letzten Monaten zeigt die Entwicklung nicht mehr steil nach oben, sondern die Preise fallen. Wenn der Wohnungsmarkt tatsächlich überbewertet ist, dann ist es vielleicht sogar sehr schlau, auf diese Weise eine langsame Anpassung zu erreichen, anstatt die Preise weiter anzuheizen und einen plötzlichen Absturz zu provozieren.

Heute ist wieder einmal Stichtag für die schwedischen Steuererklärungen, die hier ja schon öfter Thema waren. Ein Kniff für wenn man spät dran ist, den ich letztes Jahr gelernt habe, ist, dass man die elektronischen Steuererklärung rechtzeitig einschicken kann, auch wenn sie unvollständig ist. Man kann dann noch in den nächsten Tagen und Wochen Änderungen machen und die neuere Version einreichen. Weil die erste rechtzeitig kam, fällt keine Verspätungsgebühr an.

(Diese Angabe ist – wie immer – ohne Gewähr.)

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