Norwegen

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Der Dorschbestand in der Ostsee ist in Schweden immer eine Nachricht wert und wurde ja auch an dieser Stelle schon öfter erwähnt. In den letzten Tagen las man allenthalben, dass sich der Bestand erholt hat und wieder auf dem Niveau der 60er Jahre liegt. Man brauche also kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, im Supermarkt zuzugreifen.

Die Journalistin Isabella Lövin, die für ihr Buch zur Überfischung der schwedischen und angrenzender Gewässer den Großen Journalistenpreis bekommen hat, relativiert jedoch die Erfolgsmeldung: Die Senkung der Fangquoten und die bessere Kontrolle illegaler Fischerei hätten zwar sicherlich ihren Beitrag geleistet, aber man habe vor allem Glück gehabt. Denn die Vermehrung des Ostseedorschs hänge stark von Zuflüssen mit Salzwasser in die
Ostsee ab und 2003 und 2005 fanden eben diese statt, so dass es jetzt wieder mehr erwachsene Fische gibt. Dorsch wird bis zu 20 Jahren alt.

In den 90ern gab es nur einmal einen solchen Zufluss und damit viele Jungfische. Dieser Jahrgang war mit den damaligen Quoten aber innerhalb weniger Jahre wieder weggefangen. Jetzt gilt es also, die Chance zu nutzen und den Bestand auch langfristig auf sicherem Niveau zu halten, was eigentlich auch im Interesse der Fischindustrie sein sollte, die jedoch immer den Eindruck erweckt, nur ans kurzfristige Geld zu denken.

Als Randnotiz sei noch die bizarre Geschichte erwähnt, wie deutsche Touristen vor ein paar Wochen eine dreiviertel Tonne (!) Dorschfilet aus Norwegen über Schweden schmuggeln wollten und vom Zoll erwischt wurden. Etwa drei Tonnen Fisch mussten für so viele Filets gefangen werden und die Polizei glaubte ihnen nicht wirklich, dass die illegale Fracht für Freunde zu Hause bestimmt war.

Ich bekam kurz einen Schreck, als ich die Nachricht las, dass die seriöse, eher konservative Tageszeitung Svenska Dagbladet und das Boulevardblatt Aftonbladet zusammenziehen. Dass beide zum gleichen Konzern, Schibsted aus Norwegen, gehören, wusste ich nämlich bisher nicht. Beim genaueren Lesen stellte sich die genannte “Nachricht” des Konkurrenten Dagens Nyheter jedoch als übertrieben heraus, denn die Redaktionen sollen freilich weiter eigen bleiben. Bei der Verwaltung und den IT-Abteilungen will man durch die Zusammenarbeit jedoch sparen.

Zu Schibstedt gehören auch zwei der meistbesuchten schwedischen Internetseiten, die hier neulich Erwähnung fanden: hitta.se und blocket.se.

Ich besitze selbst kein Produkt der Firma Apple. Bei Computern benutze ich ausschließlich Linux und mein MP3-Player muss das Ogg/Vorbis-Format können. Nichtsdestotrotz gebe ich zu, dass die Apple-Sachen schick aussehen und für viele Leute gut funktioneren. Viele Astronomen sind in den letzten zwei Jahren auf Apple-Computer gewechselt, weil auf dem darunterliegenden Unix auch alle Programme laufen, die man schon hat. Windows war in unserem Umfeld (zum Glück) schon immer ein Nischenprodukt.

Vielleicht ist sogar der Hype um das iPhone gerechtfertigt, wenn all das stimmt was man so liest. Auf jeden Fall gab es das iPhone bisher weder in Schweden noch in den Nachbarländern zu kaufen. Heute kam jedoch die Meldung, dass sich TeliaSonera mit Apple geeinigt hat und ab Herbst das iPhone in Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Litauen, Lettland und Estland vertreiben wird.

TeliaSonera ist übrigens der Zusammenschluss der schwedischen Telia und der finnischen Sonera, die beide vormals die staatlichen Telekom-Unternehmen der jeweiligen Länder waren.

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