Verkehr

Artikel mit dem Schlagwort Verkehr.

In Stockholm wurde vorhin die neue Straßenbahn eingeweiht. Neu ist zwar nur das relativ kurze Stück von der Oper zum Sergels Torg, aber es ist insofern eine Wiedereinführung der Straßenbahn, als dass seit der Umstellung auf Rechtsverkehr keine mehr gemeinsam mit Autos auf den Straßen fuhren. Zusammen mit der bisherigen Strecke kann man jetzt also einfacher von der Innenstadt auf die Insel Djurgården kommen, was sicherlich auch für Touristen attraktiv ist.

Von den drei Designvorschlägen hat man finde ich den besten genommen: schickes schwarz.

Die neue Straßenbahn
(mehr Bilder)

Am Montag beginnt der reguläre Betrieb. Die Straßenbahnlinie soll in Zukunft weiter auf den Kungsholmen verlängert werden und auch auch einen Abstecher Richtung Gärdet und den Freihafen bekommen, siehe Karte (pdf).

Sprache ist wichtig und bestimmt mit, wie man denkt. Ein besonders schönes Beispiel für erzieherischen Wortgebrauch ist dieser Artikel, in dem es um den üblichen Verkehrszuwachs zu Mittsommer geht. Viele fahren raus aufs Land und dementsprechend verzeichnet man an diesem Wochenende jedes Jahr ein Hoch an Verkehrsunfällen. Das ist allgemein bekannt und die Artikelüberschrift “Hier fährst du am sichersten an Mittsommer” weckt daher Interesse. Der simple Rat im Text ist dann, gut ausgebaute Straßen mit Trennung der beiden Fahrtrichtungen oder (aufgepasst!) solche mit “Verkehrssicherheitskameras” zu benutzen.

Das Wort alleine ist schon schönes Neusprech, denn eigentlich ist fartkamera die gebräuchlichere Bezeichnung. Zusätzlich impliziert der Ratschlag, dass es gut ist, auf Wegen mit Blitzern zu fahren anstatt sie zu meiden. (Das Sinken der Durchschnittsgeschwindigkeit und damit der Unfälle dank der Kameras scheint statistisch gut belegt zu sein.) Dass man sich diese offensichtliche Manipulation hin zu einem positiven Bild von Blitzgeräten gefallen lässt, wird sicherlich dadurch begünstigt, dass sie hierzulande in der Regel fest installiert sind und lange vorher mit Schildern angekündigt werden. Das nimmt ihnen die Hinterhältigkeit; es sind keine Radar-”Fallen” mehr und es fällt schwer, sich ungerecht behandelt zu fühlen, wenn man trotzdem geblitzt wird.

Zugegeben, ich habe kein eigenes Auto, bin aber trotzdem immer wieder auf Schwedens Straßen unterwegs und habe noch nie eine mobiles Blitzgerät gesehen.

Kölsch

Vor kurzem war ich in Köln. Abgesehen davon, dass es ungewohnt war, statt aus Familien- einmal aus Arbeitsgründen nach Deutschland zu kommen, fielen mir mindestens zwei Dinge auf. Zum einen geht da keiner bei Rot über die Straße. Ernsthaft. Man wird sogar dumm angeschaut, wenn man dem natürlichen Gefühl der Unsinnigkeit nachgibt, das sich einstellt, wenn man vor einer weit und breit leeren Straße steht. Dabei fand ich bisher, dass sich Schweden im großen und ganzen eher an Regeln halten als Deutsche.

Zum anderen war da natürlich das Kölsch. Als Beinahe-Bayer war ich selbstredend äußerst skeptisch gegenüber 0,2l-Gläschen. Doch spätestens nachdem mich unser Gastgeber in eine der älteren Braustuben mitnahm, wo einem der wortkarge bärbeißige Hühne von Wirt zwei Klösch hinstellt (welch feinmotorische Leistung!) bevor man sich seinen Platz am Tresen fertig ausgesucht, geschweige denn bestellt hat, und dann für stetigen Nachschub sorgt, war ich versöhnt und fand Kölsch sogar lecker. Was allerdings am schwedischen Folköl liegen mag.

Kurzer Nachtrag zu den absurden schwedischen Zugpreisen:

Die erste Klasse kostet also teilweise weniger als die zweite. Für umgerechnet 30 Euro erster Klasse inklusive Bord-Internet im Schnellzug von Stockholm nach Kopenhagen – das ist in Ordnung. Weiter geht es im Juli dann per Nachtzug nach Frankfurt.

2010-05-11 | 2 Kommentare

Oha. Wegen des Vulkanausbruchs auf Island und der Asche, die von da über Nordskandinavien weht, hat die Luftfahrtbehörde allen Flugverkehr im oberen Drittel Schwedens eingestellt. Eventuell muss das Flugverbot noch weiter südlich bis Dalarna ausgeweitet werden.

Nachtrag 16:30: Gerade kam die Meldung, dass ab heute Abend alle Flüge von und nach Schweden gestrichen werden. Nicht gut. Ich kenne mindestens zwei Leute, die gerade irgendwo in Europa festsitzen und gerne heim nach Stockholm fliegen würden. Und ob mein Flug am Sonntag nach England stattfinden wird, steht wohl auch in den Sternen.

Heute morgen war ich verwirrt, als ich in Uppsala ankam. Das alte, viel zu enge, Bahnhofsgebäude war zu; der beschrankte Übergang über die Gleise, der Uppsala noch eine gewisse Kleinstadtatmosphäre gab, ebenfalls dicht.

Seit vorgestern ist nämlich der neue Bahnhof eröffnet, samt Unterführung für Fußgänger und Radfahrer, über die man die Gleise jetzt erreicht. Bilder gibt es bei der UNT. Ich fand das Gebäude auf Anhieb schick, hell, offen und einladend, es wird allerdings noch gut anderthalb Jahre dauern, bis alles zu Ende gebaut ist. Schon länger fertig ist der neue, gigantische Fahrradparkplatz, der der Fahrradstadt Uppsala gerecht wird.

2010-04-13 | 2 Kommentare

Mir ist dieser Tage etwas sehr Praktisches an der Tanke um die Ecke aufgefallen. Mag wohl sein, dass mir das lange Jahre entgangen ist, weil ich kein Auto mehr habe, oder dass es mittlerweile auch in Deutschland so üblich ist. Die Rede ist von Zapfsäulen für fertig gemischte Scheibenwaschanlagenflüssigkeit. Die stehen im richtigen Abstand zur “normalen” Säule, so dass man den Behälter unter der Motorhaube gleichzeitig mit dem Benzintank befüllen kann.

Zusätzlich ist Spolarvätska auch als Wort praktischer denn “Scheibenwaschanlagenflüssigkeit”.

2010-04-11 | 7 Kommentare

Ich habe mir ein “neues” Telefon geleistet – ein gebrauchtes HTC Hero. Das läuft mit Googles Linux-basiertem Betriebssystem Android und man kann sich wie bei Apples iPhone tausende kleiner Progrämmchen, so genannte “Apps”, herunterladen. Und nachdem ich das halbe Wochenende damit herumgespielt habe, möchte ich ein paar Schweden-spezifische Apps nicht unerwähnt lassen. Weiterlesen »

Für den Rest des Tages soll bei um die -12° der bisher heftigste Schneesturm dieses Winters über Stockholm kommen. Als ob der Winter dieses Jahr noch irgendetwas zu beweisen bräuchte…
Warunungskarte von SMHI
(Bild: nachbearbeitetes Bildschrimfoto von smhi.se)

Nachtrag 2010-02-22: Das Wort “Sturm” war vielleicht übertrieben, aber es hat ordentlich geschneit – und zwar diese kleinen Flocken, die bei zehn Minus kommen. Die werden sehr leicht vom Wind getragen und bilden Verwehungen. Das hat zu den größten Verkehrsproblemen bisher geführt: Der Zugverkehr von und nach Stockholm war gestern stundenlang ausgesetzt; Verspätungen bis 15 Stunden und reihenweise eingestellte Züge. Für heute rieten die Stockholmer Verkehrsbetriebe, wenn möglich zu Hause zu bleiben. Meine U-Bahn-Linie (die rote) fuhr jedoch, allerdings in größeren Abständen und deshalb so überfüllt, dass ich nicht mit der erstem mitkam.

Das Wetter dominiert zur Zeit die schwedischen Nachrichten.

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